Verhandlungen
Fußball-Bundesliga treibt 3-D-Fernsehen voran

Es könnte eine fruchtbare Zusammenarbeit für alle Seiten werden: Telekom und Bezahlsender Sky stehen in Verhandlungen mit der Bundesliga. Die DFL sähe gerne Fernsehübertragungen in 3-D – ein Plan, der den potenziellen Partnern in die Karten spielt, denn die wollen sich im Zukunftsmarkt positionieren.
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HB KÖLN/MÜNCHEN. Die Fußball-Bundesliga will das 3-D-Fernsehen voranbringen. Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), setzt auf bewährte Partner: "Wir prüfen verschiedene Optionen. Sowohl mit Sky als auch mit der Telekom sind wir in Gesprächen darüber, ob wir ein Spiel pro Spieltag als 3-D-Produktion anbieten", sagte der frühere Fernsehmanager dem Handelsblatt. Ab dem 14. Januar, wenn die Kicker aus der Winterpause kommen, könnte Woche für Woche der Fußball plastisch durch die deutschen Wohnzimmer fliegen - bestaunt von sportbegeisterten Spezialbrillenträgern

Sowohl die Telekom als auch der defizitäre Bezahlsender Sky setzen große Hoffnungen auf die neue Technik. Die Spiele der Bundesliga sollen helfen, den eigenen Angeboten zum Durchbruch zu verhelfen. Sky plant einen eigenen 3-D-Kanal, die Telekom will ihr Internetfernsehen Entertain aufwerten.

Der Fußball-Bundesliga ist wichtig, keinem der Kontrahenten per 3-D einen Wettbewerbsvorteil zu gewähren. Rein technisch könnte die DFL-eigene TV-Produktionsgesellschaft Sportcast mit ein paar Zusatzkameras entsprechende Bilder liefern. Am Projekt wird gearbeitet - doch eine Exklusivbelieferung für die Telekom oder Sky werde es nicht geben, heißt es bei der DFL.

Sky hat die Pläne für einen eigenen 3-D-Kanal konkretisiert. Ende 2010 oder Anfang 2011 könnte die Tochter des US-Medienkonzerns News Corp. das Angebot auf den Markt bringen. "Ich sehe gute Chancen, im nächsten Jahr einen 3-D-Kanal zu starten. Wir haben alle Rechte für das dreidimensionale Fernsehen", sagte Vorstandschef Brian Sullivan. In den nächsten Monaten ist ein Probelauf mit der DFL geplant. "Es ist keine Frage, ob, sondern nur, wann wir einen Sender starten", sagte ein Sky-Manager.

Mit der Offensive folgen die Münchener dem britischen Schwestersender BSkyB, der im Herbst einen eigenen 3-D-Kanal startet. In Deutschland hat Sky Erfolge dringend nötig: Der Sender stagniert bei 2,5 Millionen Abonnenten. Sky braucht etwa drei Millionen, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Zuletzt lief die Neukundenwerbung zäh. Im zweiten Quartal haben die Münchener nur gut 6.000 Abonnenten gewonnen. Die Analysten der Commerzbank hatten mit 15.000 Verträgen gerechnet. Der 3-D-Kanal soll die Aussichten verbessern.

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