Verkauf von rechter Szenekleidung Verband untersagt SV Bautzen den Trikotsponsor

Veto durch den Fußball-Verband Sachsen: Der SV Bautzen darf nicht für einen Textilhändler werben, der auch das der rechten Szene zugeordnete Modelabel Thor Steinar vertreibt. Eine zähe Fortsetzung wird erwartet.
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SV Bautzen: Verein darf nicht mit Thor Steinar werben Quelle: AP
Stadt Bautzen

Der örtliche Sportverein darf nicht mit dem Logo eines Händlers werben, der Thor Steinar vertreibt.

(Foto: AP)

BautzenNach heftiger Debatte um die Werbung eines umstrittenen Sponsors hat der Sächsische Fußball-Verband dem Kreisoberligisten SV Bautzen die Verwendung entsprechender Trikots untersagt. Die Werbung sei mit den Statuten nicht vereinbar, hieß es dazu am Montag in der Verbandszentrale in Leipzig. Das sei dem Verein Ende vergangener Woche mitgeteilt worden. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.

Bei dem Sponsor handelt es sich um ein Bekleidungsgeschäft aus Wilthen (Landkreis Bautzen), das unter anderem Textilien des bei Neonazis beliebten Labels Thor Steinar vertreibt.

Die Sponsorenwahl des Fußballvereins hatte Ende November bereits den Bautzener Stadtrat beschäftigt. Mit dem Verbot der Trikotnutzung durch den Verband sei das Thema für Oberbürgermeister Alexander Ahrens aber noch nicht vom Tisch, sagte dessen Sprecher. Ende kommender Woche werde sich der SPD-Politiker mit Vertretern des Vereins treffen, um zu erörtern, wie es zu der Kooperation gekommen sei.

Erst vor kurzem hatte sich der Brühler Vergnügungspark „Phantasialand“ einen klassischen Shitstorm eingefangen. Auf Twitter wurde der Park darauf hingewiesen, dass Besucher unter anderem in der rechten Szene als Erkennungsmerkmal zuzuordnenden Marke Thor Steinar eingetreten seien. Der Hinweis war mit der Frage verbunden, ob „erkennbare Neonazis mit Springerstiefeln, weißen Schnürsenkeln und Thor-Steinar Klamotten“ immer hineingelassen würden. Das Phantasialand erklärte daraufhin, keine Gäste „aufgrund ihres Äußeren, der Herkunft, sexuellen Vorlieben, religiösen oder auch politischen Ansichten einzuordnen und daher den Zutritt zu einem phantastischen Erlebnis zu verwehren.“

Die Stadt Bautzen selbst sah sich selbst in jüngerer Vergangenheit immer wieder mit Gewalt durch Rechtsradikale und Neonazis konfrontiert. So wurde ein ehemaliges Hotel, was nach Umbauarbeiten zur Flüchtlingsunterkunft werden sollte, bei einem Brandanschlag massiv beschädigt. Bei einer linken Kundgebung im September 2016 kam es zu Ausschreitungen rechter Gegendemonstranten, bei denen auch Medienvertreter bedroht wurden. Zudem kam es zu Auseinandersetzungen mit Flüchtlingsgruppen.

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  • dpa
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