Verlängerte Ladenöffnungszeiten zur WM
Einzelhandel zieht gemischte Bilanz

In mehreren Bundesländern sind die Ladenöffnungszeiten für die vier Turnierwochen bis in den späten Abend verlängert worden. Kunden in fünf der zwölf Spielorte - München, Nürnberg, Frankfurt/Main, Hamburg und Köln - können werktags rund um die Uhr einkaufen. Doch den Fans stand der Sinn am ersten WM-Wochenende nicht unbedingt nach Shoppen.

HB BERLIN. Der Einzelhandel hofft auf steigende Kauflaune während der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Bilanz des ersten Wochenendes mit verlängerten Öffnungszeiten bei Kaufhäusern und Läden fiel indes gemischt aus. Der Einzelhandel am WM-Spielort Nürnberg zeigte sich am Montag unzufrieden. "Wirtschaftlich hat es sich nicht gerechnet", sagte Geschäftsführer Uwe H. Werner vom mittelfränkischen Einzelhandelsverband. Die Stadt sei zwar voll mit Menschen gewesen, aber nur wenige hätten wirklich etwas gekauft.

Andere Erfahrungen machten Hamburger Händler. "Insgesamt ist es ganz gut gelaufen", sagte der Sprecher des Einzelhandelverbands, Ulf Kalkmann. Die Umsätze seien zufrieden stellend gewesen. "Aber es hätte auch noch besser sein können." Vor allem das heiße Wetter habe die Kauflust gedrückt. Die längeren Öffnungszeiten seien wohl noch nicht bekannt genug.

Auch der Umsatz der Geschäfte in Frankfurt/Main, Berlin oder Leipzig wurde zunächst kaum beflügelt. In Stuttgart waren am verkaufsoffenen Sonntag Passagen und Warenhäuser richtig voll. In Hannover war der Verkauf "zufrieden stellend". In Leipzig blieb der große Umsatz trotz vieler Besucher aus. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) setzt darauf, dass sich das Angebot noch stärker herumspricht.

Für Berlin errechnete die Deutsche Bank, dass die Hauptstädter während der Fußball-WM zusätzlich rund 147 Mill. Euro ausgeben dürften. Je Einwohner würden durchschnittlich 49 Euro zusätzlich für Getränke, Essen oder Fanartikel ausgeben.

In Nürnberg beklagte der Einzelhandel, dass Fußballanhänger außer Getränken, Fast Food und Fanartikeln kaum etwas erworben hätten. Nach einer Prognose des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels soll die WM für die Stadt einen zusätzlichen Einzelhandelsumsatz von rund 30 Mill. Euro bringen.

Für viele Geschäftsleute gilt die WM als Testlauf für geplante neue Öffnungszeiten. Hamburg will erreichen, dass der Ladenschluss bald in die Hoheit der Länder fällt. Dann sollen auch ohne WM die Geschäftsleute selbst über ihre Öffnungszeiten entscheiden können.

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