Verletzter Nationalspieler
Khedira will keinen Comeback-Druck

Ein Kreuzbandriss ist für Fußballer immer noch ein Alptraum – auch Sami Khedira musste das zuletzt erleben. Er arbeitet an der Rückkehr in den Profifußball – gibt aber keinen Kommentar zu einer eventuellen WM-Teilnahme.
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StuttgartFußball-Nationalspieler Sami Khedira will sich bei seinen Comeback-Bemühungen keinem Zeitdruck aussetzen und nicht über eine WM-Teilnahme spekulieren. „Ich bemühe mich, möglichst wenig in die Zukunft zu schauen. Mein Plan ist, täglich intensiv und gewissenhaft meine Arbeit zu erledigen und das umzusetzen, was mir meine Trainer und Therapeuten vorgeben. Damit befasse ich mich - und nicht damit, anzukündigen, wann ich wieder fit bin“, sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid in einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Khedira hatte sich am 15. November beim Länderspiel in Italien (1:1) einen Kreuzbandriss zugezogen. Sein WM-Einsatz im Sommer ist weiterhin sehr fraglich.

Bundestrainer Joachim Löw machte am Montag ein wenig Hoffnung auf eine Teilnahme Khediras in Brasilien. „Ich war ständig im Kontakt mit Sami. Was seinen Zustand ein paar Monate nach seiner schweren Verletzung betrifft, ist das sehr erfreulich. Er ist mittlerweile sehr weit“, sagte Löw. Aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Stellenwertes für das DFB-Team macht Löw eine Ausnahme bezüglich der Fitnessvoraussetzungen. „Es gibt natürlich immer den einen oder anderen Spieler, der einen Mehrwert für die Mannschaft hat, auch wenn er nur zu 80 oder 90 Prozent fit ist, von seiner Persönlichkeit her.“

Eine Prognose wollte Löw aber nicht abgeben. „Von daher muss man abwarten, wie stellt sich die Situation im April und Mai dar, hat er schon wieder Einsätze für Real Madrid gehabt. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.“

Real-Trainer Carlo Ancelotti hatte schon am Wochenende ein baldiges Comeback angedeutet. Der Deutsche habe das Lauftraining wieder aufgenommen und werde voraussichtlich in etwa 20 Tagen beim spanischen Rekordmeister ins normale Mannschaftstraining zurückkehren können, sagte der Real-Trainer nach spanischen Medienberichten vom Sonntag. „Khedira hat gute Fortschritte gemacht. Er ist für uns ein wichtiger Spieler. Die Mannschaft braucht ihn“, betonte Ancelotti.

Mit Wehmut wird Khedira den Länderspielauftakt der DFB-Elf am Mittwoch in seiner Heimatstadt Stuttgart gegen Chile verfolgen. „Schon vor der Verletzung wusste ich ja, dass ein Länderspiel in Stuttgart ansteht. Und ich habe mich sehr darauf gefreut. Noch mehr, weil ich schon vor drei Jahren beim Spiel in Stuttgart gegen Brasilien nicht dabei sein konnte. Dass es jetzt wieder nicht klappt, ist traurig. Ich hätte wirklich sehr gerne mal wieder in meinem alten Wohnzimmer gespielt“, sagte er.

In der Reha in Donaustauf habe er sich häufiger mit dem zuletzt ebenfalls verletzten DFB-Kollegen Mario Gomez getroffen. „Im Trainingsraum haben wir uns weniger gesehen, aber abends haben wir uns zum Essen verabredet. Wir kennen uns schon aus Stuttgarter Zeiten und hatten damals relativ viel miteinander zu tun. Wir verstehen uns immer noch sehr gut. Auch wenn die Umstände schlecht waren, war es schön, wieder mehr Zeit mit Mario zu verbringen“, sagte Khedira.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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