Verlosung von WM-Tickets rechtmäßig
Fifa zieht gegen Handelsblatt-Gruppe den Kürzeren

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hatte für die Handelsblatt-Gruppe ein juristisches Nachspiel. Die Fifa beanstandete eine Verlosung von Final-Karten. Zu Unrecht, wie nun das Landgericht München feststellte.
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DüsseldorfDie Handelsblatt-Gruppe hat sich in einem Prozess gegen den Fußballweltverband Fifa durchgesetzt. Die Richter des Landgerichts München wiesen eine Klage der Fifa ab, mit der es verboten werden sollte, Eintrittskarten für Fußball-Weltmeisterschaften zu verlosen, ohne ausdrücklich von der Fifa hierzu autorisiert zu sein. Medienunternehmen wie das Handelsblatt und die zum Verlag gehörende WirtschaftsWoche dürfen daher weiterhin WM-Pakete zur Fußball-WM in Anzeigen verlosen.

Die Fifa gilt als extrem sensibel, was den Umgang mit Namensrechten anbelangt. Immer wieder werden Unternehmen und Veranstalter, die rund um Fifa-Events mit eigenen Angeboten auftreten, verklagt. Konkret ging es um ein Gewinnspiel. Handelsblatt und WirtschaftsWoche hatten im vergangenen Jahr unter ihren Lesern ein WM-Paket verlost, das unter anderem zwei Tickets für das Fußball-WM-Finale in Rio de Janeiro enthielt. In Anzeigen im Handelsblatt wurde darauf hingewiesen.

Die Fifa hatte dagegen geklagt, weil sie der Meinung war, dass Tickets ausschließlich von ihr selbst oder offiziellen Sponsoren verkauft werden dürfen. Diese Sponsoren zahlten mitunter zweistellige Millionenbeträge, um mit der Veranstaltung werben zu dürfen. Die Handelsblatt-Gruppe habe einen solchen Vertrag nicht abgeschlossen und dürfe daher auch kein entsprechendes Gewinnspiel veranstalten.

Die Richter wiesen die Klage ab. Sie sei insgesamt unbegründet. Tickets im Rahmen eines Gewinnspiels auszulosen, sei keine unlautere Werbung. Zwischen der Handelsblatt-Gruppe und der Fifa gebe es kein Wettbewerbsverhältnis, weswegen der eine auch nicht das Wettbewerbsverhalten des anderen beeinträchtigen könne. Das Urteil wurde in dieser Woche beiden Parteien zugestellt. Die Fifa hat nun vier Wochen Zeit, um zu entscheiden, ob sie eine weitere Runde vor Gericht dreht, dann in einer höheren Instanz.

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