Vermarktung der Bundesliga
Auswärts ist noch mehr drin

Die Bundesliga als Exportgut: Immer mehr ausländische Sender nehmen deutschen Fußball ins Programm – für die Klubs eine nicht unerhebliche Einnahmequelle. Doch Experten sehen noch viel größeres Potenzial, etwa in China.
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Köln/HerzogenaurachHoch segelt der Schuss über den Fangzaun, egal, Jörg Daubitzer rennt auf die Tartanbahn des Adi-Dassler-Sportplatzes und bringt die Kugel wieder ins Spiel. Balljungen und Zuschauer gab es nicht, als im Mai auf dem Adidas-Firmengelände in Herzogenaurach ein globaler Freundschaftskick stieg: Einkäufer der TV-Stationen - von Supersport aus Kenia über Neo Sports in Indien bis NTV Mongolia - krönten schwitzend ihr zweitägiges „International Broadcaster Meeting“, zu dem die Vermarktungstochter der Deutschen Fußball Liga (DFL Sports Enterprises) eingeladen hatte. Deren Geschäftsführer Daubitzer bewies auch auf dem Platz die nötige Servicementalität.

Die 40 aus aller Welt eingeflogenen TV-Partner und Rechtevermittler waren voll des Lobes - über das DFL-Familientreffen und das Produkt Bundesliga. „Unsere brasilianischen Zuschauer haben sich richtig angefreundet mit den deutschen Stadien, die Zuschauerzahlen stiegen 2011 um 45 Prozent“, sagt Carlos Maluf, Chefeinkäufer bei ESPN Brasilien. Nur ein paar mehr Weltstars dürften es nach Malufs Geschmack noch sein. „Die Bundesliga ist selbst der Star“, entgegnet ein Kollege. Eher noch mehr HD, fordert der. Maluf nickt.

Die Abdeckung ist fast komplett

Die Fußball-Bundesliga, die am Freitag in ihre 50. Saison startet, ist ein deutsches Exportgut mit steigendem Wert. Knapp 72 Millionen Euro pro Saison kommen den Klubs über die zentrale Vermarktung der Medienrechte im Ausland aktuell zugute - ein Wachstum von über 50 Prozent gegenüber der letzten Rechteperiode. Mit Ausnahme von Kuba, Afghanistan, Nordkorea sowie Italien, wo eine Fortsetzung des Deals mit Sky aktuell scheiterte, ist die Bundesliga in allen 205 Fifa-Mitgliedstaaten zu sehen - fast immer live. „Die Erlöse aus unserer internationalen Vermarktung wachsen stärker als die der anderen Top-Ligen“, sagt DFL-Chef Christian Seifert.

Allerdings: Noch schwebt die englische Premier League mit 562 Millionen Euro Auslandserlösen in ganz anderen Dimensionen, und auch Spanien (150) und Italien (117) liegen nach Schätzungen des Magazins „Sponsors“ um 50 bis 100 Prozent vor den Deutschen.

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