Verpatzter DFB-Test
Mit hängenden Köpfen Richtung Färöer

Das Spiel der DFB-Elf gegen Argentinien sollte ein Härtetest sein – und wurde es dann auch. Über die Aussagekraft lässt sich streiten, aber es offenbarten sich altbekannte Mängel. Nun müssen es die Färöer Inseln richten.
  • 0

FrankfurtUm Joachims Löws Taktik und Aufstellung gab es dieses Mal keine Diskussionen. Und die deutschen Fans spendierten den Verlierern von Frankfurt sogar Applaus. Dennoch schleppt das Fußball-Nationalteam nach dem 1:3-Fehlstart gegen Argentinien einige Fragezeichen und EM-Nachwirkungen mit in die neue Wettkampfperiode, die im Sommer 2014 nichts Geringeres als den WM-Titel bringen soll.

„Ich habe ein paar taktische Fehler gesehen“, erklärte Bundestrainer Löw, dem die Einordnung der Niederlage gegen Weltstar Lionel Messi und seine spielstarken Kollegen insgesamt schwer fiel. „Es ist einiges gegen uns gelaufen“, stöhnte der Chefcoach.

Geprägt und letztlich entschieden wurde das Kräftemessen mit den „Gauchos“, die bei der WM 2010 noch mit 4:0 gedemütigt worden waren, vom Rot-Foul des Hannoveraners Ron-Robert Zieler. Vor allem zuvor hatten Löw und die 48 808 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena viele gute Offensivaktionen und Möglichkeiten, aber keine Tore der Gastgeber gesehen. Löws Matchplan passte anders als beim EM-Aus gegen Italien - war aber nach 30 Minuten nur noch Makulatur.

„Wir haben gute Chancen herausgespielt, aber ähnlich wie bei der EM nicht effektiv ausgenutzt. Das ist aber in der Weltspitze wichtig“, hob Manager Oliver Bierhoff eine Schwäche hervor, die Löw in den kommenden Monaten beheben muss. Ideen hat der Bundestrainer schon, etwa den schnellen und ballgewandten Marco Reus als verkappten Angreifer zu bringen. Doch ein Knipser für ganz hohe Ansprüche fehlt. Der derzeit verletzte Mario Gomez und Oldie Miroslav Klose sind weit und breit die einzigen Mittelstürmer mit internationaler Klasse. „Natürlich denke ich darüber nach“, sagte Löw zu der Problematik.

Auch in der zentralen Abwehr offenbarten Löws Auserwählte taktische und individuelle Schwächen, die nicht nur mit der zeitigen Dezimierung durch den Platzverweise für Zieler zu tun hatten. Vor allem nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Mats Hummels, der sich eine Halswirbel-Verrenkung zuzog, konnte das Bayern-Duo Jérome Boateng und Holger Badstuber die starken Messi und Gonzalo Higuain kaum stoppen. „Wir haben zu früh das Zentrum aufgemacht. Das war in Unterzahl gar nicht nötig. Das müssen wir besser machen, keine Frage“, erklärte Löw auf die massive Kritik des ehemaligen DFB-Kapitäns und aktuellen TV-Experten Oliver Kahn.

Seite 1:

Mit hängenden Köpfen Richtung Färöer

Seite 2:

Torhüter ohne Glück

Kommentare zu " Verpatzter DFB-Test: Mit hängenden Köpfen Richtung Färöer "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%