Versteigerung von WM-Originallosen
Wie aus WM-Müll ein kleines Vermögen wird

Die offenbar achtlos weggeworfene Tüte mit den WM-Losen von Leipzig erweist sich für den 31-jährige Magdeburger, der sie bei Aufräumarbeiten in der Messehalle entdeckte, als Glücksfall.

HB MAGDEBURG. Bei der Internet-Versteigerung der im Müll gefundenen Originallose von der Gruppenauslosung überschritten die Gebote am Donnerstag kurzzeitig die Schwelle von einer Million Euro. Eine Offerte für das Los der deutschen Nationalmannschaft mit dem Aufdruck "Germany" in Höhe von 1,1 Millionen Euro wies der in Magdeburg lebende Anbieter jedoch zurück, weil er an der Seriosität des Interessenten zweifelte. Am Nachmittag lag das gültige Höchstgebot im Internetauktionshaus Ebay bei über 50 000 Euro, nachdem ein Bieter ein Angebot von 121 000 Euro am Mittag selbst zurückgezogen hatte.

Auch die anderen orangefarbenen Lose aus Pappe erwiesen sich als echte Geldbringer: Mit Ausnahme von Saudi-Arabien (88 Euro) lagen  alle Angebote mittlerweile oberhalb der 100-Euro-Marke. Nach Deutschland am meisten gefragt sind Brasilien (2510 Euro), Australien (905 Euro), England (903,98 Euro) und Argentinien (755 Euro). Gebote können noch bis zum Abend des ersten Weihnachtsfeiertags abgegeben werden.

Ein 31-jähriger Magdeburger Matthias Blume hatte die Lose in einer Tüte des Weltfußballverbandes Fifa im Müll gefunden, als er nach dem Auslosungs-Spektakel am 9. Dezember in der Leipziger Messehalle beim Aufräumen half. Die Versteigerung der Lose hatte am 15. Dezember unter dem Suchbegriff "WM-Teams" beim Stand von einem Euro begonnen.

Der Weg der Lose von der Auslosung in Leipzig zur Internet-Auktion klingt unglaublich: Der selbstständige Dekorateur aus Magdeburg gehörte zu den zahlreichen Helfern, die beim Auf- und Abbau der Kulissen für die Auslosung in der Leipziger Messehalle 1 mithalfen, die von 4000 geladenen Gästen und geschätzten 320 Millionen Fußball-Anhängern weltweit vor dem Fernseher verfolgt worden war. Als das Spektakel vorüber war und die Kulissen abgebaut waren, standen in der Messehalle noch mehrere Container mit Müll herum.

Aus einem Container stachen nach Blumes Schilderungen drei blaue Tüten mit dem Schriftzug der Fifa hervor. In einer der Tüten fanden sich die Lose der 32 Mannschaften, die zuvor von Fußball-Legenden wie Pelé oder von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus gezogen worden waren.

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