Verträge können bis 15. April storniert werden
Einigung im WM-Ticketstreit

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Bundesverband der Verbraucherschützer (vzbv) haben sich nach Einschaltung der Bundesregierung im Streit um den Ticketverkauf bei der Weltmeisterschaft 2006 am Dienstagabend in Bonn überraschend außergerichtlich geeinigt. Demnach können Fans, die solche Optionskarten gekauft haben, ihre Verträge bis zum 15. April stornieren. Eine Verzinsung der Beträge für im Voraus bezahlte Tickets wird es nicht mehr geben. Die Vertreter beider Parteien sind damit einer Auseinandersetzung vor dem Frankfurter Landgericht am 28. Dezember aus dem Weg gegangen.

HB BONN. "Zwischen den beiden Parteien gibt es keine Gewinner und Verlierer. Alleine der Fan hat gewonnen", sagte der Pressesprecher des WM-Organisationskomitees (OK), Jens Grittner. Der DFB wies darauf hin, dass das Programm an sich nicht zur Diskussion stehe. "Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass 99,9 Prozent der Teilnehmer ihre Tickets nutzen werden und eine Stornierung die Ausnahme bleibt", erklärte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.

Nach wochenlangen Querelen und einer ersten Verhandlung vor dem Frankfurter Landgericht am vergangenen Mittwoch hatten sich am Dienstagabend im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die zerstrittenen Parteien zu weiteren Gesprächen zusammengefunden. Nach rund dreistündiger Verhandlung unter der Leitung von Verbraucherstaatssekretär Peter Paziorek (CDU) konnten die vzbv-Vorsitzende Edda Müller und die für den DFB anwesenden Horst R. Schmidt (Generalsekretär) sowie der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger doch noch eine Einigung verkünden.

Der Vergleich zwischen dem DFB und der vzbv hat zum Inhalt, dass Bewerbern von Optionstickets seitens des Verbandes bis zum 15. April 2006 ein Rücktrittsrecht zugesichert wird. Das heißt, dass potenzielle Kunden, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Karten erhalten und zuvor von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht haben, die gezahlten Ticketentgelte inklusive der Gebühren in Höhe von fünf Euro zurückerstattet bekommen. Im Gegenzug hat der Kunde, wie von der vzbv zunächst gefordert, aber kein Anrecht auf Verzinsung des zuvor gezahlten Betrages. Eine Sonderregelung gibt es für teamspezifische Tickets: Die Gebühren werden praktisch halbiert.

Bei einer ersten Anhörung in der vergangenen Woche war die von der Kammer vorgeschlagene gütliche Einigung nicht zustande gekommen. DFB und vzbv hatten sich bei der Frage der Verzinsung bereits geleisteter Zahlungen zunächst nicht einigen können. Der DFB wollte pauschal einen Betrag einer gemeinnützigen Einrichtung zukommen lassen . Der vzbv wollte, dass die Zinsen direkt dem Verbraucher gezahlt werden. Am Dienstag konnte die Akte dann außergerichtlich geschlossen werden.

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