Fußball
Viel Applaus für Ergebnisse des Ost-Gipfels

Die Klubs aus den neuen Bundesländern blicken nach dem Ost-Gipfel mit neuem Optimismus in die Zukunft. Auf breite Zustimmung stieß etwa der Vorschlag, beide Meister der Nofv-Oberligen künftig direkt aufsteigen zu lassen.

Handeln statt Jammern: Der Fußball-Gipfel in Leipzig hat für frischen Schwung in den Vereinen der neuen Bundesländer gesorgt. Zwischen Neuruppin, Cottbus und Erfurt halten sich die Verantwortlichen nicht lange mit Applaus für die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) offerierten Hilfsangebote auf. Knüpfen von Partnerschaften, Knowhow-Transfer, PR-Gespräche stehen auf der Agenda, positive Ergebnisse im Detail werden allenthalben erwartet.

"Wir freuen und sehr über das Hilfsangebot von Theo Zwanziger und werden versuchen, es zügig umzusetzen", erklärt Dynamo Dresdens Präsident Jochen Rudi dem Sport-Informations-Dienst (sid). Der Geschäftsführende DFB-Präsident Zwanziger hatte den Dynamos angeboten, sich beim Dresdner Oberbürgermeister für ein möglichst rasches Umsetzen der Stadionneubau-Pläne einzusetzen und dabei die Chancen eines derartigen Projektes darzustellen. Rudi denkt, dass bereits in den nächsten "zwei, drei Monaten" ein derartiges Treffen zustande kommt. "Unser Ziel ist es, bis 2008 in der Bundesliga zurück zu sein. Und das möglichst im neuen Stadion", sagt Rudi.

Erfurt will "noch viel lernen"

Eine Nummer kleiner muss derzeit Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Erfurt denken. "Für uns ist wichtig, einen Knowhow-Transfer zu schaffen. Viele Vereine im Osten haben doch in den letzten Jahren zu blauäugig agiert und waren in ihren Strukturen hinter den Erfordernissen der Zeit zurück", schildert RWE-Aufsichtsratschef Rolf Rombach seine Situation. Rombach regt an, einen Austausch zwischen Geschäftsstellen-Mitarbeitern zu organisieren, "ohne dass Bundesligisten Geheimnisse verraten müssen." Rot-Weiß Erfurt habe in dieser Richtung bereits erste Kontakte geknüpft. "Wir müssen noch viel lernen. Da geht es auch um die Suche nach Sponsoren und deren Betreuung."

Das mangelhafte Interesse der potenten Sponsoren am Ost-Fußball kritisiert der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses Peter Danckert. Der SPD-Politiker fordert in der Freien Presse Chemnitz die in Sachsen zahlreich ansässige Autoindustrie auf, die dortigen Vereine mehr zu unterstützen und nicht nur auf den Trikots der ohnehin finanzstarken westdeutschen Mannschaften in Erscheinung zu treten.

Zwei Aufsteiger eine "klasse Geschichte"

Ringsum positiv wurde die Ankündigung Zwanzigers, künftig jeweils einen Direktaufsteiger in die Regionalliga aus beiden Staffeln des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (Nofv) zulassen zu wollen, aufgenommen. "Klasse Geschichte", findet Rolf Heller als Präsident des Aufstiegs-Kandidaten Sachsen Leipzig. "Tolle Motivation für die Spitzenteams. Für uns kommt das aber leider ein Jahr zu spät", ergänzt Dietmar Lenz.

Der Vizepräsident des gerade in der Aufstiegs-Relegation an Carl Zeiss Jena gescheiterten Meisters der Oberliga-Nordstaffel MSV Neuruppin hofft natürlich auf "eine zweite Chance für uns" und stellt trotz des verpassten Sprunges in die Drittklassigkeit einen "enormen Imagegewinn" für seinen Verein fest. Der dürfte sich weiter erhöhen, wenn Ende August Double-Gewinner Bayern München im DFB-Pokal in Neuruppin antritt.

© SID

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