Viel Aufwand, kaum Ertrag
Europacup-Flaute schlägt Dortmundern aufs Gemüt

Märchenhafte Bundesliga, ernüchternde Europa League - anders als auf nationaler Bühne stößt der Dortmunder Jugendstil international an seine Grenzen. Das 0:0 bei Paris St. Germain schlug Jürgen Klopp sichtlich aufs Gemüt.

dpa PARIS. Nachdenklich kommentierte der BVB - Trainer die schwierige Ausgangslage in der Gruppe J, die für sein Team wenig Gutes verheißt. Vor allem das Missverhältnis zwischen Leistung und Ertrag in Duellen mit ausländischen Gegnern stimmte ihn nachdenklich. "Ich habe meiner Mannschaft in dieser Saison in 18 Pflichtspielen zugeschaut und fand es 18 Mal geil. Nur die Ergebnisse haben nicht immer gestimmt", meinte der Coach.

Was im Ligabetrieb zuletzt in schöner Regelmäßigkeit gelang, ging bei den vergangenen drei Europacup-Auftritten schief. Obwohl sich in den beiden Partien gegen Paris (1:1/0:0) und dem Heimspiel gegen Sevilla (0:1) reichlich Chancen zum Sieg boten, blieb dem Bundesliga-Spitzenreiter ein Erfolgserlebnis verwehrt. Weil die Borussia (5 Punkte) den bei Punktgleichheit wichtigen direkten Vergleich gegen die Franzosen verloren hat, ist sie selbst bei zwei Siegen in den noch ausstehenden Spielen gegen Lwiw (0) und in Sevilla (9) auf Schützenhilfe angewiesen. Manndecker Neven Subotic glaubt dennoch an den Einzug in die K.o.-Runde: "Wenn ein Team in dieser Saison gezeigt hat, dass es für Überraschungen gut ist, dann wir."

Der vergebene "Lucky Punch" von Robert Lewandowski in der Schlussminute der unterhaltsamen Nullnummer gegen Paris (8) war symptomatisch für den bisherigen Verlauf der Gruppenphase. Aus fünf Metern scheiterte der Pole an PSG-Torhüter Apoula Edel und brachte sein Team damit um den Lohn für eine starke Schlussphase. Dass BVB-Keeper Roman Weidenfeller seine Mannschaft bei zwei Großchancen von Mevlüt Erdinc vor einem Rückstand bewahrt hatte, ging im Ärger um den verpassten Last-Minute-Treffer unter. "Ich finde, wir brauchen auch in der Bundesliga zu viele Chancen", monierte Außenverteidiger Marcel Schmelzer.

Erstmals seit Wochen war die Stimmung in der Kabine gedrückt. "Es war ruhig, weil wir dieses Spiel gewinnen konnten", kommentierte Mittelfeldspieler Shinji Kagawa. Doch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sah angesichts der noch bestehenden Chancen keinen Grund, Trübsal zu blasen und lieferte die Erklärung für das bisher unglückliche internationale Abschneiden gleich mit: "Wir haben in der Europa League eine schwerere Gruppe erwischt als der FC Schalke oder der FC Bayern in der Champions League."

Negative Auswirkungen des 0:0 von Paris auf die kommende Partie in Hannover befürchtet niemand, weder konditionell noch mental. Mit dem sechsten Bundesliga-Auswärtssieg in Serie will der BVB den Platz der Sonne behaupten. Bei allem Frust stellte Klopp eine neuerliche Energieleistung seiner Mannschaft in Aussicht: "Ich gehe davon aus, dass am Sonntag wieder alle frisch und wach sind."

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