Viele Rechtsfragen noch nicht abschließend geklärt
Der Spielraum für WM-Werbung ist klein

Viele Unternehmen würden liebend gerne auf den WM-Zug aufspringen und das publikumsträchtige Megaevent werbeträchtig für ihre Dienstleistungen und Produkte nutzen. Doch der Spielraum ist angesichts des ausgefeilten Regelwerks des internationalen Fußballverbandes Fifa klein. Dennoch sehen Experten Chancen, mit neuen kreativen Ideen an den offiziellen Marken und Symbolen der Fußballweltmeisterschaft vorbei Werbekampagnen zu starten. Gleichzeitig warnen sie jedoch vor allzu großen Erwartungen.

DÜSSELDORF. Wer kein offizieller Sponsor ist oder zumindest eine der zahlreichen Lizenzen für offizielle WM-Produkte erworben hat, hat es schwer: Die Fifa geht mit allen Mitteln gegen Unternehmen vor, die mit der WM Geschäfte machen wollen. Dabei ist rechtlich noch gar nicht geklärt, was ausschließlich die offiziellen Sponsoren verwenden dürfen. Klar ist: Bezeichnungen wie "Fußball WM 2006", "WM 2006" und "Deutschland 2006", "WM Deutschland" und "WM Deutschland 2006" sind offiziell als Marken der Weltfußballverbandes Fifa EU-weit geschützt. Vor dem deutschen Markenamt hatte aber der Süßwarenhersteller Ferrero, berühmt für sein WM-Aufkleber, durchgesetzt, dass etwa Uhren, Anstecker, Gläser und Bierkrüge, Postkarten, Fähnchen, Straßenkarten, Werbeschilder, Spielzeuge, Fußbälle, Fußball-Handschuhe, Schienbeinschützer und Fußballtore vom Markenschutz ausgenommen sind. Allerdings stärkte das europäische Amt dagegen die Rechte der Sponsoren und der Fifa. Weil europäische Marken aber keinen Vorrang vor deutschen haben, sind jetzt die Gerichte gefragt.

"Eine abschließende Entscheidung ist nicht vor der Weltmeisterschaft zu erwarten", sagt Jan Krekel, Markenrechtler im Münchner Büro der Sozietät Nörr Stiefenhofer Lutz Krekel. Bis dahin sind diese Bezeichnungen nach wie vor geschützt und gelten als Fifa-Gemeinschaftsmarken. Wer sie verwenden möchte, muss bei der Fifa ein Lizenz erwerben.

Rechtsanwälte raten etwa dazu, beschreibende Werbung zu nutzen. So würden Slogans wie "Das Brot zur WM" durchaus erlaubt sein. Dagegen "Das WM-Brot" wäre ein klarer Fall gegen die Rechte der Sponsoren verstoßen würde. "Auch falls lediglich die Marken beschreibend genutzt werden, besteht das Risiko, von der Fifa abgemahnt zu werden", sagt Lutz Leda, Sportrechtexperte bei der Kanzlei Arnecke und Siebold. Neben Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen könnten dann auch Schadensersatzforderungen auf die Unternehmen zukommen.

Leda rät Unternehmen, die mit und im Umfeld der Fußballweltmeisterschaft werben wollen, sehr kreativ zu sein. "Es ist zudem sehr einfallslos, auf diese bekannte Marken zu setzen". So sieht es auch Markenrechtler Krekel. Er führt als Beispiel für eine erfolgreiche Kampagne die Aktion der Technikkette Mediamarkt an. "Mit dem Slogan ?Wir holen den Titel?, ist sofort die Assoziation zum Fußball und zur Weltmeisterschaft da, ohne dabei die Rechte der Fifa und der Sponsoren zu verletzten."

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