Viertelfinale ohne Trainer
Löw-Sperre: Urteil der Uefa im Wortlaut

Die Europäische Fußball-Union hat Bundestrainer Joachim Löw für das Viertelfinale der Euro wegen der Vorfälle vom Österreich-Spiel gesperrt. Das Urteil der Uefa im Wortlaut.

Bundestrainer Joachim Löw darf die deutsche Nationalmannschaft beim Viertelfinale der EM am Donnerstag gegen Portugal (20.45 Uhr/live in der ARD) im schweizerischen Basel nicht betreuen. Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) erhielt am Mittwoch die Sperre von einem Spiel aufrecht, die nach dem Platzverweis für Löw und Österreichs Trainer Josef Hickersberger (41. Minute) beim Spiel zwischen Österreich und Deutschland (0:1) automatisch in Kraft getreten war. Unter Hinweis auf Artikel 70, Absatz zwei ihrer Rechtsordnung teilte die Uefa dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit:

"Joachim Löw darf das Spiel nur von der Tribüne aus verfolgen. Vor und während des Spiels ist seine Anwesenheit in den Umkleidekabinen, im Spielertunnel sowie in der technischen Zone untersagt. Weder vor noch während des Spiels darf er mit der Mannschaft in Kontakt treten."

"Gemäß den im Bericht des Schiedsrichters wiedergegebenen Ausführungen des Vierten Offiziellen verhielten sich die beiden Trainer sehr nervös. In der 35. Minute kam es zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Teamverantwortlichen in dessen Verlauf sie sich gegenseitig anschrien. Als der Vierte Offizielle die Situation beruhigen wollte, wurde er von den beiden Teamverantwortlichen angeschrien."

"Es besteht kein Anlass an der Richtigkeit des Schiedsrichterberichtes zu zweifeln, als ein unkorrektes Verhalten von Löw beschrieben wird. Dieses bestand darin, dass der fehlbare Trainer in Richtung seines österreichischen Kollegen beziehungsweise des Vierten Kollegen schrie. Die Intensität dieses Verhaltens war offensichtlich derart, dass der mit der Erfahrung aus zahlreichen Spielen einer europäischen Profiliga bestückte Schiedsrichter keinen Augenblick zögerte, Joachim Löw aus der technischen Zone zu verweisen. Für den im Schiedsrichterbericht dargestellten Sachverhalt spricht auch der Umstand, dass sich beide Trainer beim Verlassen der technischen Zone die Hand reichten."

© SID

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