Volkesfest-Stimmung beim öffentlichen Training
DFB-Elf schwimmt auf Sympathie-Welle

Es ist schon ein wenig paradox: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat wieder keinen Sieg gegen eine der vermeintlich großen Fußballnationen eingefahren. Und trotzdem: Die Euphorie rund um die Mannschaft kannte am Tag nach dem Argentinien-Spiel keine Grenzen.

HB NÜRNBERG. Die Spieler wollen sich von der neuen Sympathie- Welle bis zum Turniersieg tragen lassen, die Trainer interpretierten die schwarze Serie gegen die Weltelite kurzerhand neu: "Ich drehe das mal um: Seit wir vor knapp einem Jahr die Arbeit aufgenommen haben, haben wir nicht mehr gegen einen Großen verloren", sagte Jürgen Klinsmann nach dem 2:2 gegen Argentinien und konterte damit die Tatsache, dass die seit fünf Jahren währende Sieglosigkeit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen absolute Top-Teams auch im 13. Anlauf fortgesetzt wurde.

Der von Klinsmann "erhoffte Dreier" war zwar ausgeblieben, doch der Bundestrainer und sein Assistent Joachim Löw werteten das Remis gegen den Olympiasieger wie einen Sieg. Denn trotz "Plan B", wie Löw den freiwilligen Verzicht auf Kapitän Michael Ballack bezeichnete, hatten die jungen "Klinsmänner" gegen den zweimaligen Weltmeister ihren forschen Offensiv-Stil durchgesetzt und die Fans begeistert. "Man sieht an der Körpersprache das neue Selbstbewusstsein der Spieler. Das strahlt auf die Zuschauer aus. Sie haben ein Gespür dafür, dass die Mannschaft was bewegen will mit ihren Mitteln", ergänzte Ballack.

Eine vergleichbare Euphorie um die Nationalmannschaft gab es zuletzt vor drei Jahren, als die DFB-Auswahl ihren Siegeszug bei der WM in Asien startete. Mit durchschnittlich über 13 Millionen und in der Spitze bis zu 16 Millionen TV-Zuschauern erreichte die Partie eine Top-Quote. Nachdem die 42 088 Besucher im ausverkauften Nürnberger Frankenstadion die Spieler schon mit Ovationen verabschiedet hatten, setzte sich am Mittwochvormittag die Volksfeststimmung im Adi-Dassler-Stadion in Herzogenaurach fort.

Rund 1300 Fans bejubelten im ersten öffentlichen Turnier-Training die Spieler, die beim von Musik untermalten Spielchen neun gegen neun ein 6:6-Torfestival boten, Trikots verlosten und Bälle ins Publikum schossen. Im Teamquartier stapelten sich derweil die per Fax übermittelten Glückwünsche. "Wir freuen uns enorm, wie die Öffentlichkeit diese Mannschaft aufnimmt", sagte Klinsmann. Dass Lukas Podolski, Torschütze Gerald Asamoah und Bernd Schneider wegen Wehwehchen nicht mittrainieren konnten, beunruhigte den Bundestrainer nicht.

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