Von 633 bis 15 000 Euro
Alles eine Frage des Geldes

Der betuchte Fußball-Fan braucht beim Run auf die Eintrittskarten für die Weltmeisterschaft in Deutschland nicht auf Losglück zu hoffen, sondern muss sich das Live-Erlebnis im Stadion nur etwas kosten lassen.

HB MÜNCHEN. Beim Hospitality-Programm ist eine Person mit einem perfekten Service von der Anfahrt bis zur edlen Kost auf den besten Plätzen in den zwölf WM-Stadien ab einem Preis von 633 Euro für ein Spiel dabei. Für ein Hospitality-Paket, bei dem der Edelfan "seine" Mannschaft vom ersten bis zum maximal siebten Auftritt im Endspiel am 9. Juli 2006 in Berlin verfolgen kann, muss die Höchstsumme von 15 000 Euro bezahlt werden.

Die International Sports and Entertainment AG (iSe) mit Sitz in Zürich, die sich vom Fußball-Weltverband (Fifa) für umgerechnet 180 Mill. Euro die weltweiten Exklusiv-Rechte für das offizielle Hospitality-Programm gesichert hatte, hat rund ein halbes Jahr vor WM-Beginn 50 Prozent ihrer insgesamt 346 950 Tickets verkauft. Rund 170 000 Karten seien noch zu haben, sagt iSe-Geschäftsführer George Taylor: "Wir sind zuversichtlich, bei der Weltmeisterschaft ausverkauft zu sein."

Das Unternehmen erwartet nach der WM-Auslosung am 9. Dezember in Leipzig einen "massiven Anstieg" der Verkaufszahlen - insbesondere im Ausland. Denn dann wüssten die Fans genau, wann und wo ihr Team spielen wird. Anfang Dezember wird zugleich in Deutschland eine Werbekampagne mit dem Titel "Don't cry" (Weine nicht) gestartet. Sie soll jenen Fans den Weg ins WM-Stadion weisen, die beim öffentlichen Verkauf der rund 1,1 Millionen Karten, die sich durch Rückläufe noch erhöhen wird, über Internet mit Verlosung nicht erfolgreich waren.

Im öffentlichen Verkauf ist die billigste Vorrunden-Karte für 35 Euro zu haben. Das teuerste Endspiel-Ticket kostet 600 Euro. Dafür kommt beim Hospitality-Programm noch niemand zum Zug, da kann man das Finale nur im Paket mit anderen Spielen erwerben. Allerdings verspricht der stellvertretende iSe-Geschäftsführer Andreas Hacker "maßgeschneiderte Produkte für jeden Kunden". Allein 4000 Hostessen werden sich in den zwölf Stadien von Berlin bis München um die Edelfans kümmern, die in Logen oder eigens errichteten Zeltstädten laut Hacker "höchste kulinarische Genüsse" genießen werden. Dafür ist unter anderem das Münchner Feinkost-Unternehmen "Käfer" zuständig.

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