Vor dem Achtefinale Deutschland gegen Schweden
Respekt auf beiden Seiten

Vor dem Achtelfinale Deutschland gegen Schweden reden beide Seiten ihren Gegner stark. Trotz der überzeugenden Leistungen der deutschen Nationalmannschaft und dem Achtungserfolg der Schweden gegen England in letzter Minute, wissen beide Teams um die Stärken des Gegners.

HB KÖLN. Die Schweden sind ein geselliges Völkchen. Sie trinken gerne mal ein Schlückchen und lieben ausgiebige Feiern. In diesen Punkten konnten es die sympathischen Nachfahren der Wikinger schon immer getrost mit den Engländern aufnehmen. Am Dienstagabend in Köln haben die Schweden gezeigt, dass sie auch beim Fußballspiel den Briten das Wasser reichen können. Beängstigend gut hatte die Mannschaft von Trainer Lars Lagerbäck die Engländer im Griff, vor allem in der zweiten Halbzeit. Beängstigend für die deutsche Nationalelf, den Gegner der Schweden im Achtelfinale.

Das machte einigen schwedischen Spielern offenbar Mut. So unerschrocken wie einst die Wikinger gehen sie nach dem 2:2 gegen England in den "Kampf" gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am kommenden Samstag in der Münchener WM-Arena: "Wir haben eine gute Mannschaft. Ich fürchte keinen Gegner - nicht einmal den Gastgeber", sagte etwa der 34-jährige Stürmer Henrik Larsson vom Champions-League-Sieger FC Barcelona. "Deutschland wird schwierig zu schlagen sein, aber ich kenne eine Menge Schweden, die Karten für das Spiel haben. Wir werden also große Unterstützung haben. Wir sind in einer sehr guten Form und im Fußball ist alles möglich", sagte Mittelfeldspieler Kim Kallström von Stade Rennes in Frankreich.

Jürgen Klinsmann sieht die deutsche Elf denn auch vor einer schweren Aufgabe: "Schweden genießt bei uns sehr, sehr großen Respekt", sagte der Bundestrainer gestern auf der Pressekonferenz in Berlin. Dies sei eine Mannschaft, die in Europa und der Welt ein Wort mitreden könne. Die deutsche Mannschaft wolle trotzdem mit breiter Brust gegen die Skandinavier antreten. "Wir müssen uns aber steigern", sagte Klinsmann. "Es wird hart."



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Das wiederum fürchten auch die meisten, nicht ganz so unerschrockenen schwedischen Spieler. "Ich glaube, Deutschland wird ein sehr schwerer Gegner - Jens Lehmann ist ein außerordentlich guter Torhüter. Es ist ein bisschen traurig, dass wir schon so früh im Turnier gegen die Deutschen spielen", sagte Freddie Ljungberg, Mittelfeldspieler bei Arsenal und Mannschaftskollege des deutschen Nationaltorhüters Jens Lehmann.

"Es ist schade, dass wir die Gruppe nicht gewonnen haben. Es wäre besser gewesen, gegen Ecuador als gegen Deutschland zu spielen", sagte der ehemalige Rostocker Spieler Marcus Allbäck, der gegen England das insgesamt 2000. Tor in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft erzielt hatte. Und auch der schwedische Kapitän und Abwehrchef Olof Mellberg von Aston Villa gab zu: "Ich hätte lieber gegen Ecuador gespielt. Wir müssen gegen die Deutschen die Form der zweiten Halbzeit halten, wenn wir weiter kommen wollen."

Die Schweden hatten in der Tat den zweiten 45 Minuten gegen England ihre bislang beste WM-Leistung dargeboten. Sie kesselten die Briten zeitweise in deren eigener Abwehr ein und erspielten sich reihenweise beste Tormöglichkeiten. Zwei Mal holten sie zudem einen Rückstand auf. Damit haben die Schweden einen vielleicht entscheidenden Vorteil gegenüber den Deutschen: Die Mannschaft von Lagerbäck hat schon einer wirklich großen Mannschaft stand gehalten. Für die Elf von Jürgen Klinsmann sind hingegen die Schweden die erste richtige Bewährungsprobe.

Grischa Brower-Rabinowitsch
Grischa Brower-Rabinowitsch
Handelsblatt / Ressortleiter Unternehmen & Märkte
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