Vor dem Duell gegen Tunesien
Schewtschenko warnt vor Überheblichkeit

Die Nationalkicker der Ukraine sind trotz ihrer guten Ausgangsposition vorsichtig. Zu groß ist die Angst vor einem Scheitern in der Partie heute (16.00 Uhr) gegen Außenseiter Tunesien.

Trotz der starken Leistung beim 4:0-Erfolg über Saudi-Arabien und zwei Punkten Vorsprung in der Gruppen-Tabelle gibt sich WM-Neuling Ukraine vor dem Aufeinandertreffen mit Tunesien heute (16.00 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) vorsichtig. Schewtschenko und Co haben die Stärken des Gegners herausgearbeitet und fürchten nun die Attacken der "Adler von Karthago". Die Nordafrikaner müssen gewinnen, um erstmals in der Geschichte ihres Landes ins WM-Achtelfinale vorzustoßen.

"Das wird ein ganz anderes Spiel"

"Tunesiens Spieler sind allesamt einen Kopf größer als die von Saudi-Arabien. Das wird ein ganz anderes Spiel. Unsere Chancen aufs Weiterkommen liegen bei 60:40", sagt Angreifer Andrej Woronin von Bundesligist Bayer Leverkusen. Superstar Andrej Schewtschenko warnt ebenfalls vor Überheblichkeit: "Tunesien hat eine starke Mannschaft. Doch wir wollen alles tun, um ein gutes Ergebnis zu holen. Das kann auch ein Remis sein."

Schewtschenko fühlt sich von Tag zu Tag besser und hat seine Knieverletzung auskuriert. Im Stadion Luftschiffhafen am Potsdamer WM-Quartier kommt der 29-Jährige im täglichen Training seiner früheren Form immer näher. "Ich fühle mich gut und stark", sagt Europas Fußballer des Jahres von 2004, der zudem seit dem 4:0 gegen Saudi-Arabien in Mittelfeldspieler Maxim Kalinitschenko einen idealen Passgeber und kongenialen Partner auf dem Feld hat.

Zuspruch bekommt die Mannschaft vom ukrainischen Fußball-Idol Igor Belanow, der mit der Sowjetunion 1988 Vize-Europameister wurde: "Die deutliche 0:4-Niederlage gegen Spanien war in psychologischer Hinsicht nützlich für das Team. Die Spieler wissen jetzt, wohin sie geraten sind: nämlich in eine WM-Endrunde", sagte Belanow. Der Angreifer spielte in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach und Eintracht Braunschweig und wurde 1986 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

Trainer Oleg Blochin, neben Schewtschenko und Belanow Ukraines dritter Fußballer des Jahres (1975), kann personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Wladimir Jeserski (Oberschenkel) und Oleg Gusew (Knie) haben ihre Verletzungen auskuriert. Wladislaw Waschtschuk ist nach seiner Rotsperre zurück. Für Ersatzkeeper Bogdan Schust (Handbruch) und Abwehrspieler Dmytro Tschirgrynski (Oberschenkel) ist die WM bereits beendet.

Sollte die Ukraine (3 Punkte) die Tunesier (1 Punkt) mit einem Remis auf Distanz halten, wäre zweite Platz fast schon gesichert, es sei denn, Außenseiter Saudi-Arabien (1 Punkt) schafft gegen Spanien einen hohen Sieg. In diesem Fall könnte die Ukraine sogar noch Spanien als Tabellenerster ablösen.

Die Tunesier müssen auf jeden Fall gewinnen, um ins Achtelfinale vorzustoßen. "Wir haben eine historische Chance", sagt Verteidiger Anis Ayari, dessen Ausraster nach der Auswechselung gegen Spanien in Erinnerung, aber ohne Konsequenzen blieb. 1978 sorgte Tunesien in Argentinien durch das 3:1 gegen Mexiko für Afrikas ersten WM-Sieg. Bei der vierten WM-Teilnahme will man endlich ins Achtelfinale.

"Unsere Vorbereitung ist zu 100 Prozent auf das dritte Spiel ausgerichtet. Wir werden uns steigern", sagt Trainer Roger Lemerre. Top-Stürmer Silva Dos Santos sitzt nach seiner Schienbeinverletzung auf der Bank, könnte als "Geheimwaffe" eingesetzt werden.

© SID

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