Vor dem Duell mit England
Angst ist für Portugals Helden ein Fremdwort

Vor dem Viertelfinale gegen England könnte die Stimmung im Lager der Portugiesen kaum besser sein. Das "Volk der Seefahrer" gibt sich selbstbewusst: "Portugiesen haben vor nichts und niemandem Angst", erklärte Pauleta.

Die Geschichte Portugals trug sich in erster Linie auf der See zu. Auch vor dem Viertelfinale gegen England am kommenden Samstag in Gelsenkirchen (17.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) bedienen sich die Iberer der Tugenden der alten Seefahrer und strotzen vor Selbstbewusstsein. "Schauen Sie mal auf die Geschichte unseres Landes: Portugiesen haben vor nichts und niemand Angst", sagt Portugals Rekordtorjäger Pauleta.

Erinnerungen an 2004

Nach dem hart erkämpften 1:0-Erfolg gegen die Niederlande im WM-Achtelfinale und mit der Erinnerung an den 6:5-Triumph im Elfmeterschießen gegen die Engländer vor zwei Jahren im EM-Viertelfinale (2:2 n.V.) gehen die Nachkommen großer Entdecker wie Vasco da Gama und Ferdinand Magellan sehr zuversichtlich in die Partie.

"Alles kann passieren. Vor zwei Jahren haben wir auch England geschlagen und sind dann sogar ins Finale gekommen", meint Abwehrspieler Nuno Valente, der beim FC Everton in der Premier League spielt und als einer von insgesamt sechs England-Legionären die Kontrahenten vom Samstag bestens kennt.

Deshalb mahnt der Linksfuß auch bei allem Selbstbewusstsein den nötigen Respekt für die Engländer an. "Sie sind vor allem bei Standardsituationen gefährlich. Wir müssen sehr auf die Freistöße und Flanken von David Beckham aufpassen", sagt Nuno Valente, stellt aber auch klar: "Wir werden deshalb unseren Stil nicht ändern. Wir stehen sehr sicher in der Abwehr und haben erst ein Gegentor zugelassen."

England kann Portugal nicht blenden

Keinesfalls blenden lassen wollen sich die Portugiesen, die vor 40 Jahren in England als Dritter ihr bestes WM-Ergebnis erzielt hatten, von den bisher wenig überzeugenden Leistungen der "Three Lions" mit ihrem Weltklasse-Mittelfeld aus David Beckham, Frank Lampard und Steven Gerrard. "Ihr Fußball ist nicht immer schön, aber effektiv", warnt Nuno Valente.

Deshalb erwartet auch Torjäger Pauleta ein ganz enges Match, ähnlich wie bei der EM 2004, als es nach 90 Minuten 1:1 und nach 120 Minuten 2:2 stand und am Ende die Portugiesen im Elfmeterschießen triumphierten. "Wir haben immer noch die gleichen Spieler, die jetzt zwei Jahre mehr Erfahrung haben. Wir sind auf jeden Fall stärker geworden, die Engländer aber auch. Deshalb werden am Ende wohl Kleinigkeiten entscheiden, hoffentlich zu unseren Gunsten", sagt Pauleta, der sich keine Sorgen macht, dass er bei dieser WM erst einmal - beim 1:0-Auftaktsieg gegen Angola - getroffen hat: "Viel wichtiger ist, dass Portugal gewinnt."

Ronaldo wohl wieder fit

Den Unterschied machen könnten Geniestreiche von Cristiano Ronaldo. Der Jungstar von Manchester United hat am Mittwoch erstmals nach seiner schweren Oberschenkelprellung aus dem Achtelfinale wieder Lauftraining absolviert und wird aller Voraussicht nach rechtzeitig bis Samstag wieder fit sein.

Dass dagegen die Gelb-Rot-Sperren der beiden Mittelfeldspieler Deco und Costinha negativ ins Gewicht fallen, glaubt wie Trainer Luiz Felipe Scolari auch Nuno Valente nicht. "Da machen wir uns keine Sorgen. Wir haben noch andere gute Spieler", sagt er.

© SID

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