Vor dem entscheidenden Viertelfinale
Argentinien: Ein "Tier" gibt der Abwehr Halt

Der Argentinier Rodolfo Cardoso hat in einem Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) den deutschen Viertelfinal-Gegner genauer analysiert. "Die rechte Seite könnte unsere Schwachstelle sein", so der 37-Jährige.

Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es im WM-Viertelfinale in Berlin heute mit dem dreimaligen Weltmeister Argentinien zu tun (17.00 Uhr/live in der ARD und bei Premiere). Der frühere Bundesliga-Profi Rodolfo Cardoso sprach mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) über die Stärken und Schwächen der "Albiceleste".

Der 37-Jährige bestritt zwischen 1990 und 2004 insgesamt 220 Partien in Deutschlands Eliteliga und lief dabei für den FC Homburg, den SC Freiburg, Werder Bremen und den Hamburger SV auf. Dabei gelangen dem Spielmacher 47 Tore. 2003 gewann er mit dem HSV den Ligapokal. Seit seinem Karriereende vor gut zwei Jahren ist Cardoso als Talentscout und Jugendtrainer bei den Hanseaten beschäftigt.

"Natürlich tippe ich im Spiel gegen Deutschland auf mein Land. Aber es wird eine ganz, ganz schwierige Kiste. Beide Mannschaften sind momentan sehr gut drauf", sagte Cardoso dem sid.

Torhüter:

Roberto Abbondanzieri (Boca Juniors/33 Jahre/26 Länderspiele): "Er ist ein sehr sicherer Torhüter, der mitspielt und die Rolle eines zusätzlichen Abwehrspielers übernehmen kann. Er gibt der Hintermannschaft Stabilität. Früher hatte Roberto Probleme bei der Strafraumbeherrschung. Er hat aber hart daran gearbeitet und sich stark verbessert."

Abwehr:

Nicolas Burdisso (Inter Mailand/25/11): "Es hat mich überrascht, dass er statt Javier Zanetti nominiert wurde und sich dann auch noch einen Platz in der Stammelf erkämpfen konnte. Taktisch ist er sehr stark. Nicolas macht aber nicht sonderlich viel für das Spiel nach vorn und ist nicht der Schnellste. Die rechte Seite könnte unsere Schwachstelle sein."

Gabriel Heinze (Manchester United/28/32): "Gegen Mexiko zuletzt nicht so überzeugend wie gewohnt. Normalerweise ist er aber besonders im Aufbauspiel stark und verfügt über einen sehr guten linken Fuß. Mit 1,78m ist er für einen Innenverteidiger nicht der Größte, besitzt aber eine ungeheure Sprungkraft."

Roberto Ayala (FC Valencia/33/104): "Roberto ist der Kopf unserer Abwehr. Er spielt bisher eine fast fehlerlose WM. Ayala ist stark im Zweikampf und stabilisiert die Hintermannschaft. Bisher einer unserer Besten bei der WM.

Juan Pablo Sorin (FC Villarreal/30/74): "Er ist ein Kämpfer, der niemals aufgibt. Sorin ist sehr laufstark und immer unterwegs. Er ist allerdings nicht sehr schnell und hat Schwächen bei Eins-gegen-Eins-Situationen. Das hat man auch im Spiel gegen Mexiko gesehen, als er seinen Gegenspieler einige Male ziehen lassen musste."

Mittelfeld:

Javier Mascherano (Corinthians Sao Paulo/22/19): "Javier ist ein Tier und räumt vor der Abwehr alles ab. Derzeit macht er seine Sache perfekt. Mascherano ist schnell, gut am Ball und stopft die Lücken. Manchmal ist er aber übermotiviert."

Esteban Cambiasso (Inter Mailand/25/26): "Cambiasso hält unserem Spielmacher Riquelme den Rücken frei. Obwohl er nicht der Schnellste ist und Probleme im Kopfballspiel hat, ist er defensiv sehr stark. Er setzt aber auch Impulse im Spiel nach vorn."

Luis Gonzalez (FC Porto/25/29): "Ich weiß nicht, ob er nach seiner Leistenverletzung schon wieder 100-prozentig fit ist. "Lucho" ist der typische defensive Mittelfeldspieler und sehr laufstark. Er ist nicht unbedingt ein feiner Techniker, aber der typische Mannschaftsspieler."

Maxi Rodriguez (Atletico Madrid/25/17): "Er hat mich überrascht und beeindruckt. Ich hätte nicht gedacht, dass er einer unserer Schlüsselspieler werden kann. Er ist clever, hat einen guten Zug zum Tor und sucht den Abschluss."

Roman Riquelme (FC Villareal/28/35): "Ohne jeden Zweifel ist Riquelme der Kopf unserer Mannschaft. Er spielt gute Pässe, hat einen guten Schuss und kann mit Standardsituationen jederzeit für Gefahr sorgen. So einen Mann kann jedes Team gebrauchen. Manchmal nimmt er aber zu viel Tempo aus dem Spiel."

Angriff:

Hernan Crespo (Chelsea London/30/58): "Hernan ist unser Torjäger. Als typischer Strafraumstürmer kann er am Ball nicht allzu viel, aber man muss immer auf ihn aufpassen. Crespo bewegt sich viel und schafft somit die nötigen Räume für seine Kameraden."

Javier Saviola (FC Sevilla/24/34): "Saviola passt perfekt zu Crespo, da er häufig auf die Flügel ausweicht. Er ist der typische Vorbereiter. Körperlich macht er vielleicht nicht den stärksten Eindruck. Aber er ist sehr schnell und verfügt über eine großartige Technik."

© SID

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