Vor dem Österreich-Spiel
Löw und das Streben nach Perfektion

Mit dem Duo Özil und Kroos will Jogi Löw die deutsche Elf auch gegen Österreich zaubern lassen. Toptalent Götze bleibt erst einmal auf der Bank. Der Bundestrainer verlangt eine Qualifikation ohne Punktverlust.
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DüsseldorfDie Vorgabe von Joachim Löw für einen Sieg gegen Österreich war an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. „Wir lassen nichts anbrennen. Ich spüre, dass bei allen Spielern die Konzentration hoch ist. Wir werden das Spiel gewinnen“, sagte der Bundestrainer. Mit dem achten Erfolg im achten Qualifikationsspiel für die Fußball-Europameisterschaft 2012 soll in Gelsenkirchen die Tabellenführung der Gruppe A betoniert und die „Blitz-Quali“ perfekt gemacht werden. „Es war unser Ziel, die Qualifikation so schnell wie möglich zu erreichen. Schneller geht es nicht“, sagte Löw. Ist am Freitagabend gegen 22.25 Uhr das Euro-Ticket wirklich gezogen, wäre Deutschland das erste der 14 Länder, die neben den EM-Gastgebern Polen und Ukraine an der Endrunde (8. Juni bis 1. Juli) teilnehmen werden.

Für das Streben nach Perfektion, das Team bis zum nächsten Sommer auf absolutes Weltklasseniveau zu hieven, versprachen die Nationalspieler nicht nur den unmissverständlichen Anspruch Löws nach drei Punkten gegen Austria zu erfüllen. „Unser Ziel ist es, die komplette Gruppenphase ohne Punktverlust zu überstehen“, sagte Vizekapitän Bastian Schweinsteiger. Das 1A-Zeugnis, als erste deutsche Mannschaft nur mit Siegen eine Ausscheidungsrunde zu meistern, können er und die Kollegen bei den abschließenden Qualifikationspartien im Oktober gegen die Türkei in Istanbul und gegen Belgien in Düsseldorf ablegen.

„Wir wollen wie gegen Brasilien großen Druck auf Österreich machen und auch fußballerisch überzeugen“, sagte Löw. Der 51-Jährige verlangt nicht nur Siege, er fordert zudem schöne, das Publikum begeisternde Erfolge. Dafür schürt der Badener immer stärker den internen Konkurrenzkampf und gibt den jungen, nachrückenden Spielern eine glänzende Perspektive. „Ich bin froh, dass sie sich so bekämpfen beim Kampf um einen Platz in der Mannschaft“, sagte Löw, als er den Zweikampf zwischen Klose und Mario Gomez um die Mittelstürmer-Position sprach, aber das Gleiche gilt auch für die verschärfte Konkurrenz in allen anderen Mannschaftsteilen. Gomez (FC Bayern) fehlt wie Sami Khedira (Real Madrid) wegen Verletzung, aber wegen der insgesamt gestiegenen Qualität im 21-Mann-Kader werden sie nicht einmal vermisst.

Da ein Remis gegen Österreich und selbst eine Niederlage die EM-Teilnahme wegen des großen Vorsprungs auf die Verfolger aus der Türkei, Belgien und Österreich eigentlich nicht mehr gefährden kann, hat für Löw die Vorbereitung auf die EM schon begonnen. Auch das allerhöchste Ziel, im nächsten Jahr den Spaniern den Titel abspenstig zu machen, hat sein Personal bereits verinnerlicht. Die Österreicher haben die Nationalspieler vor der Brust, die EM nächstes Jahr schon im Kopf.

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