Vor dem Spiel gegen Argentinien:
Tunesische Gastarbeiter brennen auf ihr Team

Die Kölner Gemeinde der tunesischen Gastarbeiter fiebert dem Eröffnungsspiel des Confederation-Cups entgegen. Nicht nur heute Abend gegen Argentinien, glauben sie an eine Überraschung durch ihre Mannschaft.

HB KÖLN. Im Deutsch-Tunesischen Verein auf der Glasstraße 72 im Kölner Stadtteil Ehrenfeld spielen ein Dutzend älterer und junge Männer Karten. Einige rauchen Wasserpfeife. Hauptthema in diesen Tagen ist der Confederations Cup mit Tunesiens erster Teilnahme an diesem Turnier. Der Afrika-Meister hat sich in der Innenstadt von Köln einquartiert, wo er zum Auftakt der Mini-WM gegen Argentinien spielen musste und am Samstag auf Gastgeber Deutschland trifft. Die Tunesier am Rhein freuen sich über diese willkommene Ablenkung vom Alltag. Sie sind voller Hoffnung, dass ihre Fußball-Nationalelf in der neuen Heimat Deutschland ein gutes Bild abgeben wird. "Wir sind Afrika-Meister und werden das auch hier zeigen. Denn wir haben gute Spieler und können auch gegen Deutschland gewinnen", hofft Kellner Lased Fakroun.

Tunesien ist 2004 zum ersten Mal Afrikameister geworden. Nach dem 2:1-Finalsieg über Marokko löste das tunesische Nationalteam in dem nordafrikanischen Land eine neue Welle der Fußball-Begeisterung aus. "Unsere Helden sind in der Lage, unser Land würdig zu vertreten. Sie sind jung, und die meisten von ihnen spielen in den oberen Ligen in Europa. Sie werden uns nicht im Stich lassen", sagt Fakroun. Die Fans im Gastarbeiter-Club sind überzeugt, dass sie mit ihrer Unterstützung ihr Auswahlteam zum Sieg tragen werden. "Alle Tunesier, die in Deutschland leben, und auch unsere Brüder aus Tunesien werden dabei sein. Ich kenne keinen, der nicht ins Stadion will", sagt Ford - Arbeiter Mohsen Ben Whida, der seit über 20 Jahren in Köln lebt.

Bei der ersten WM-Teilnahme 1978 in Argentinien hatte Tunesiens Team Geschichte geschrieben und 3:1 gegen Mexiko gewonnen. Es war der erste Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei einer WM. Stolz waren die Tunesier bei der gleichen WM damals auf auf ein 0:0 gegen Deutschland. Nun haben sie höhere Ziele. "Bei solchen Turnieren gibt es immer eine Überraschung, und dieses Mal werden wir dafür sorgen", glaubt der Sicherheitsbeauftragte der Uni-Klinik Köln, Tarek Saidi.

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