Vor der Bundesliga-Relegation
Tagebuch eines HSV-Fans

Zwei Spiele vom Abstieg entfernt: In einem Anfall von Wahnsinn fährt Handelsblatt-Mitarbeiter und HSV-Fan Lucas Fuhr zum letzten Saisonspiel nach Hamburg. Er rechnet mit dem schlimmsten – und findet die Vertagung.
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DüsseldorfDie erste gute Nachricht gibt es, da ist die Partie gegen den FC Schalke 04 nicht einmal fünf Minuten alt. Hannover 96, gerne auch „der kleine HSV“ genannt, führt zu Hause gegen den SC Freiburg. Und die zweite gute Nachricht folgt augenblicklich: Der HSV ist in der Blitztabelle auf Platz 18 gerutscht, Tabellenletzter. Gut ist das, weil es bedeutet das auch Paderborn zu Hause gegen den VfB Stuttgart führt. Und für die Hamburger somit der direkte Klassenerhalt wieder möglich ist.

„Was wäre wenn ...“ – wohl jeder Fan eines abstiegsbedrohten Klubs hat die letzte Woche damit verbracht, verschiedene Szenarien für den letzten Spieltag durchzurechnen, so vertrackt ist die Ausgangslage vor diesem letzten Spieltag.

Vier Klubs können sich noch retten oder direkt absteigen. Der Tabellenletzte Paderborn kann sich noch auf den Relegationsplatz retten, der 13., Hertha BSC Berlin, noch bis auf den Relegationsplatz abstürzen. Zusätzlich spielen vier der Teams auch noch in direkten Duellen gegeneinander.

Für den HSV, in der Vorwoche nach seiner sang- und klanglosen Niederlage gegen den VfB Stuttgart von Platz 14 auf 17 abgestürzt, sieht die Situation so aus: Um noch ans rettende Ufer zu gelangen zu können, darf Stuttgart gegen Paderborn nicht gewinnen und muss es in der Partie Hannover gegen Freiburg einen Sieger geben.

Geschieht nur eines von Beiden, ist für den HSV nur noch die Relegation drin. Und gewinnt Stuttgart, bei gleichzeitigem Remis zwischen den 96ern und dem Sportclub aus dem Breisgau, ist das für den gemeinen HSV-Fan Unvorstellbare tatsächlich passiert: Der Klub wäre abgestiegen.

Um das überhaupt verhindern zu können, muss aber nicht nur die Konkurrenz mitspielen, auch die Hamburger selbst müssen etwas tun: Gewinnen. Um ihnen dabei zuzusehen habe ich irgendwie noch eine Karte ergattert und bin aus Duisburg nach Hamburg gefahren.

Jetzt sitze ich auf der Südtribüne und schaue den HSV-Profis bei ihrer Fußballarbeit zu, in dieser Saison erneut oft ein zweifelhaftes Vergnügen. Auch diesmal versprüht die erste Halbzeit wenig Glanz, ein unsauber gespielter Konter und eine Großchance für Rudnevs, das war es so ziemlich an Tormöglichkeiten für den HSV.

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