Vor Großereignissen
Deutscher in Brasilien angeschossen

Im Gastgeberland der nächsten WM und den Olympischen Sommerspielen häufen sich die Negativschlagzeilen. In Rio de Janeiro ist ein junger deutscher Tourist nach einer Sightseeing-Tour überfallen und verletzt worden.
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Rio de JaneiroEin deutscher Tourist ist laut einem Medienbericht in Rio de Janeiro bei einem Überfall schwer verletzt worden. Der 25-Jährige sei nach einem Besuch der Christusfigur Cristo Redentor, der Hauptsehenswürdigkeit der brasilianischen Küstenstadt, mit einem Freund in der Favela Rocinha unterwegs gewesen, berichtete das Nachrichtenportal G1 des Senders Globo.

Laut dem Freund wurden sie in einer Gasse des Armenviertels von einem Bewaffneten überrascht. Dem Bericht zufolge wurde der 25-Jährige mit Schussverletzungen in Brust und Leber ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Ärzte war sein Zustand ernst. Der Vorfall ereignete sich dem Bericht zufolge am helllichten Tag. Das Armenviertel Rocinha liegt inmitten wohlhabender Stadtbezirke. Im November 2011 rückten die Sicherheitskräfte in das Viertel ein, das drei Jahrzehnte lang von Drogenbanden kontrolliert worden war.

In Rio de Janeiro finden in zwei Wochen der FIFA-Konföderationen Pokal statt. Im kommenden Jahr wird in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen, bevor dort 2016 die Olympischen Sommerspiele stattfinden. Die Negativschlagzeilen häufen sich.

Das Freundschaftsspiel vom Sonntag zwischen Brasilien und England wurde von einer Richterin wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Im legendären Maracana-Stadion liege noch Schutt von den Renovationsarbeiten, die eigentlich Ende letzten Jahres hätten abgeschlossen sein sollen. Erst auf Intervention der Regierung wurde die Absage später von einem höheren Gericht wieder aufgehoben.

Am Freitag wurde zudem das Traditionsinstrument Caxirolas für den Konföderationen-Pokal verboten. Das grün-gelbe rasselartige Instrument sei „nicht angemessen“, sagte die brasililanische Regierung. Enttäuschte Fans hatten es nach der Niederlage ihres Teams auf den Platz geworfen und damit für Sicherheitsbedenken gesorgt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist nur der Anfang. Im nächsten Jahr ist mit zahlreichen Todesopfern zu rechnen, wenn hunderttausende, arglose Fußballfans aus dem Ausland die brasilianischen Großstädte stürmen. Allein in Rio de Janeiro warten ca. 500.000 illegale Waffen zum Empfang.

  • Wer in eine brasilianische Favela egal ob Rocinha, in der immer wieder Säuberungsaktionen stattfinden, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sehr schnell zum Opfer werden kann. Als Europäer steigen die Chancen überfallen zu werden exponenziell an. Wer dann vielleicht noch mangels fehlender Sprachkenntnisse das falsche tut, hat gut Chancen sein Leben zu verlieren. Daher kann man Jedem nur davon abraten, eine Favela auf eigene Faust zu betreten. Nicht zu zweit und auch nicht in einer Gruppe. In manche Favelas werden organisierte Führungen angeboten, die von den kriminellen Gruppen in der Favela toleriert werden.

    Ansonsten gilt in Brasilien das Übliche. Keine auffälligen Wertsachen mit sich tragen. Augen auf und normales Verhalten und Umgang mit seiner Umwelt. Wer übervorsichtig ist, wird ebenso schnell zum Opfer, wie derjenige, der meint er wäre der King unter den Armen.

    Die Hemmschwelle jemanden für ein paar Reais oder eine Armbanduhr zu erschießen, ist in vielen südamerikanischen Ländern deutlich herabgesetzt.

    Trotzdem ist Brasilien eins der schönsten Länder, die es gibt!

    Bleibt zu hoffen, dass der Angeschossene schnell wieder gesund wird! Boa sorte!

    Bem vindo no Brasil!

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