Vorschau Fußball EM-Qualifikation
Rehhagel will Kritiker verstummen lassen

Zwei deutsche Fußballtrainer in ausländischen Diensten sind derzeit besonders gespannt: Otto Rehhagel will mit seiner EM-Erfolgsformel die Kritiker zum Verstummen bringen, Klaus Toppmöller Weltmeister Italien ärgern.

dpa MÜNCHEN. Nach den Niederlagen gegen den WM-Dritten Deutschland (0:2) und Vize-Weltmeister Frankreich (0:3) möchte sich Georgien mit Trainer Toppmöller auch gegen Italien achtbar aus der Affäre ziehen. Fußball-Europameister Griechenland und Coach Rehhagel peilen auf dem Weg zur Titelverteidigung in Bosnien-Herzegowina den dritten Sieg in Serie an.

In den weiteren EM-Qualifikationsspielen stehen am Mittwoch Frankreich und England unter besonderem Druck. „Les Bleus“ wollen sich mit einem Kantersieg gegen Färöer für die 0:1-Pleite in Schottland rehabilitieren, England sinnt nach der Nullnummer gegen Mazedonien und ersten Rufen nach einem Comeback von Ex-Kapitän David Beckham auf Wiedergutmachung gegen Kroatien.

Zwei Spiele, zwei 1:0-Siege - mit seinem „Lieblingsergebnis“ bei der EM 2004 hat Rehhagel seine Kritiker in Griechenland vorerst besänftigt. Diese hatten dem 68-Jährigen vorgeworfen, stur am in die Jahre gekommenen Erfolgsteam von Portugal festzuhalten und der Mannschaft keinerlei Blutauffrischung zuzufügen. Vor dem Spiel gegen Bosnien-Herzegowina hat der deutsche Altmeister die Argumente aber wieder auf seiner Seite. „Ich stelle die Mannschaft so auf, wie ich es für richtig halte“, ließ er die griechische Presse wissen. Dabei wird er wohl auch auf die Frankfurt-Profis Ioannis Amanatidis und Sotiris Kyrgiakos zurückgreifen.

Auch Italiens in die Schusslinie geratener Trainer-Novize Roberto Donadoni kann wieder ruhiger arbeiten. Dank des 2:0-Erfolgs gegen die Ukraine hat der Weltmeister vor dem Spiel in Georgien den Anschluss an die Tabellenspitze in Gruppe B hergestellt. „Jetzt geht das Abenteuer richtig los“, meinte Donadoni. Mit vier Punkten liegt der Weltmeister hinter Frankreich (6 Punkte) und dem überraschenden Spitzenreiter Schottland (9) nur auf Rang drei. Kapitän Fabio Cannavaro ist dennoch zuversichtlich: „In der Kabine herrscht wieder der selbe Geist wie bei der WM.“

Mit dem Schwung aus der couragierten Leistung beim 0:2 gegen Deutschland und „einfach Spaß am Fußball“ würde Toppmöller nur zu gerne die Aufholjagd des viermaligen Weltmeisters stoppen und mit Georgien die Minimalchance auf die EM-Teilnahme wahren. „Möglichkeiten gibt es immer, wir wollen die Italiener ärgern“, sagte der 55-Jährige - wohlwissend, dass es kaum zur Sensation reichen wird. „An Italien und Frankreich führt kein Weg vorbei.“ Dieser Meinung ist auch Frankreichs Star-Angreifer Thierry Henry, der gegen Färöer sein Tor-Konto aufstocken will und die Niederlage gegen Schottland als Betriebsunfall abtat: „Am Ende muss man oben stehen.“

Vor der Partie bei den ebenfalls noch unbesiegten Kroaten dreht sich in England fast alles um den von Coach Steve Mcclaren aussortierten David Beckham. Trotz des uninspirierten Auftreten gegen Mazedonien schloss Mcclaren ein baldiges Comeback des früheren Kapitäns aus. Sein kroatischer Kollege Slaven Bilic stichelte: „Sie können Beckham nicht ersetzen. Es gibt keinen zweiten Spieler in der Welt wie ihn“, sagte der ehemalige Verteidiger des Karlsruher SC.

In der deutschen Gruppe will Tschechien mit einem Sieg bei den noch punktlosen Iren seine Tabellenführung vor der DFB-Auswahl behaupten. Zudem kommt es zum Duell zwischen Wales und Zypern. In Gruppe A duellieren sich Polen und Portugal. Eine Niederlage könnte im Kampf ums EM-Ticket für beide Teams in der schweren Gruppe mit Serbien, Belgien und Finnland vorentscheidende Bedeutung haben.

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