Vorschau zum Qualifikationsspiel
Der Weltmeister trifft auf einen Lieblingsgegner

An Warschau hat Jogi Löw keine guten Erinnerungen. Doch gegen Polen hat Deutschland noch nie verloren – es käme einer Blamage gleich. Und blamiert hat sich ja schon Europameister Spanien.
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Warschau/BerlinSein letzter Auftritt im Warschauer Nationalstadion hatte ein gewaltiges Frustpotenzial – für Toni Kroos selbst und auch für Bundestrainer Joachim Löw. Vergessen. Geschichte.

Am Samstag (20.45/RTL) kommen Kroos und Löw als Weltmeister in die Arena, in der sie 2012 das EM-Halbfinale gegen Italien verloren hatten. „Es ist für uns einfach ein wichtiges Qualifikationsspiel. Alles andere ist abgehakt, spätestens mit dem Titel. Da haben wir bessere Erinnerungen“, erklärte der Mittelfeldmann von Real Madrid.

Kroos (24) ist inzwischen „von einem jungen, talentierten Spieler zum Mann, zum Stammspieler und absoluten Leistungsträger geworden“, urteilte Löw über den gebürtigen Greifswalder. Gegen Polen ist er nach den Ausfällen der zentralen Kräfte Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Mesut Özil der Mann, der das deutsche Spiel antreiben und dirigieren soll.

An seiner Seite wird der Gladbacher Weltmeister Christoph Kramer erwartet, der Aufsteiger des Jahres im Löw-Team. „Kurz vor der WM war er für viele ein unbeschriebenes Blatt. Er hat dann sofort auf sich aufmerksam gemacht“, bemerkte der Münchner Thomas Müller respektvoll über Kramer.

Kroos und Kramer – beide sind durch den Triumph von Rio als Profi und Persönlichkeit gewachsen – wenn auch auf unterschiedliche Art. „Das, was jetzt passiert ist in einem guten Jahr, ist nicht einfach zu erklären und schwer zu realisieren“, sagte Jung-Nationalspieler Kramer.

Bei Kroos, schon 53 Mal im Adler-Trikot auf dem Platz, hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff festgestellt: „Er hat bei der WM in Brasilien nochmal einen unglaublichen Schritt gemacht, den der eine oder andere Bayern-Verantwortliche vielleicht nicht erwartet hat. Man merkt eine große Reife bei ihm.“

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