Vorspiel der anderen Art: "Fußball ist eine gemeinsame Sprache, die alle verstehen“

Vorspiel der anderen Art
"Fußball ist eine gemeinsame Sprache, die alle verstehen“

"bunt kickt gut" nennt sich ein Projekt, das sich die Münchner zur Begrüßung der WM-Gäste einfielen ließen. Junge Straßenfußballer aus aller Welt bespielen zentrale Plätze der Münchner Innenstadt und lassen damit kulturelle und soziale Unterschiede schmelzen.

HB MÜNCHEN. Es ist ein Vorspiel der anderen Art, das die bayerische Landeshauptstadt wenige Tage vor der Eröffnung der Fußball-WM plant: Bevor die Profis aus aller Welt auf dem Rasen der Allianz-Arena auflaufen, sollen junge Straßenfußballer aus aller Welt zentrale Plätze der Münchner Innenstadt bespielen. Bei dem internationalen Straßenfußballturnier "bunt kickt gut" vom 1. bis zum 11. Juni sollen die Spieler vor allem mit Weltoffenheit und Toleranz punkten.

"Fußball ist eine gemeinsame Sprache, die alle verstehen", erklärt Projektleiter Rüdiger Heid. Für den Hobbyfußballer und Sozialpädagogen ist das keine hohle Phrase: In städtischen Flüchtlingsunterkünften lernte er ab 1997 den rauen Umgang Jugendlicher unterschiedlicher Nationalitäten kennen - und stellte überrascht fest, das die Unterschiede beim gemeinsamen Kicken keine Rolle mehr spielten.

Heid organisierte erste Mannschaften. Daraus erwuchs, organisiert von der Stadt München und einer Initiativgruppe, eine Liga mit über 2.000 Jugendlichen aus fast 70 Nationen.

"Es hat als Graswurzelprojekt begonnen. Mittlerweile sind wir die Nummer Eins des organisierten Straßenfußballs in Europa", sagt Heid stolz. Der Bundespräsident hat die Initiative bereits ausgezeichnet, als Schirmherr für die "International Streetfootball League" konnte Nationaltorhüter Oliver Kahn gewonnen werden.

Heid ist überzeugt davon, dass sich Basisarbeit auf der Straße und sportliche Kompetenz nicht ausschließen. "Selbst Beckenbauer hat seine ersten Schritte als Fußballer nicht im Verein, sondern irgendwo am Giesinger Berg gemacht", sagt er.

Den Beweis für spielerisches Talent tritt bei der Vorstellung der "International Streetfootball League" am Mittwoch in München der junge Ballartist Lautim an. Mit dem Ball jongliert der 12-jährige Kosovare schon wie ein ganz Großer: Lässig lupft er sich das Leder ins Genick und macht damit ohne viel Mühe mehrere Liegestützen.

Lautim spielt bereits seit fünf Jahren bei "bunt kickt gut", nun fiebert er den Begegnungen mit Straßenfußball-Mannschaften aus Brasilien, England, China oder Pakistan vor größerem Publikum im Herzen der Stadt entgegen.

Bei dem Turnier treten 32 Teams aller Nationalitäten aus Deutschland in zwei Altersgruppen gegen 32 Mannschaften aus aller Welt an.

Ab März laufen in den teilnehmenden Städten die Qualifikationsrunden. Zur Endrunde in München werden die Mannschaften aus aller Welt im Herzen der Stadt kicken: Der Odeonsplatz steht als Spielstätte bereits fest, auch am Marienhof nahe dem Marienplatz soll gespielt werden.

Für Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ist das Projekt kein Schmuddelkind, sondern ein echtes Aushängeschild der Stadt zur WM: "Die Münchner Marke "bunt kickt gut' und sein Weltturnier 2006 bringt die Aufgeschlossenheit unserer Stadt ideal zum Ausdruck und gehört deshalb zu den wenigen Projekten, die von der Landeshauptstadt selbst in den Mittelpunkt gestellt werden", hatte Ude bei der Verleihung des Preises "Münchner Lichtblicke" an die Initiatoren gesagt.

Organisator Heid denkt bereits an ein neues Projekt: Zur EM 2008 soll das Straßenfußball-Turnier wiederholt werden - am liebsten in München, Bern und Wien.

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