Vorteil Skandinavien
Schweden wollen "Three Lions"ärgern

Die Bilanz vor dem letzten WM-Gruppenspiel zwischen Schweden und England heute in Köln spricht eindeutig für die Skandinavier. Seit 38 Jahren konnten die "Three Lions" die Schweden nicht mehr schlagen.

Für Schweden ist die Marschrichtung vor dem letzten WM-Gruppenspiel in Köln gegen England (21 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) eindeutig vorgegeben. Die Skandinavier wollen das Fußball-Mutterland ärgern und damit einfach nur das machen, was sie seit dem 22. Mai 1968 sowieso immer getan haben. Seit 38 Jahren haben die Skandinavier nicht mehr gegen die "Three Lions" verloren, und sollte den "Tre Kronor" dieses Kunststück gegen das bereits für das Achtelfinale qualifizierte Team von der Insel auch gelingen, steht einer Partie gegen Deutschland oder Ecuador in der ersten K.o.-Runde nichts mehr im Wege.

"Wir wollen dieses Spiel gewinnen, aber wir haben natürlich im Hinterkopf, dass ein Remis zum Weiterkommen reicht", sagte Schwedens Trainer Lars Lagerbäck, der sich beim Unternehmen Unentschieden auf einen Verbündeten in den Reihen des Gegners verlassen kann. Denn obwohl Englands schwedischer Coach Sven-Göran Eriksson vollmundig angekündigt hat, sein Heimatland unbedingt schlagen zu wollen, sprechen seine Taten eine andere Sprache.

England schont von Sperre bedrohte Spieler

Da Eriksson offenbar keine Angst vor dem zweiten Platz und einer möglichen Auseinandersetzung mit dem Gastgeber hat, lässt der 58-Jährige zwei seiner drei von einer Sperre bedrohten Stars (Frank Lampard, Steven Gerrard, Peter Crouch) auf der Bank, und wird dem von seinem Mittelfußbruch genesenen Wunderstürmer Wayne Rooney mit einem Einsatz von Beginn an Spielpraxis verschaffen. Neben Rooney wird der zuletzt stark kritisierte Michael Owen auflaufen, für Gerrard oder Lampard wird Owen Hargreaves vom deutschen Rekordmeister Bayern München spielen.

"Mit Rooney wird ihr Offensiv-Spiel etwas anders aussehen als ohne ihn. Wir kennen die Engländer aber sehr gut. Einige unserer Spieler stehen regelmäßig in der Premier League gegen sie auf dem Platz. Selbst wenn sie gegen uns ihr Spiel etwas variieren, sind wir darauf eingestellt", erklärte Lagerbäck vor dem Trainer-Duell gegen seinen Landsmann: "Natürlich ist es etwas Besonderes, dass bei England ein schwedischer Coach auf der Bank sitzt. Aber für Sven-Göran ist das Spiel sicher auch kein ganz normales."

Etwas Besonderes ist die Partie auch für Fredrik Ljungberg. Schließlich verdient der Mittelfeldspieler sein Geld beim englischen Hauptstadtklub FC Arsenal. "Das Spiel wird sehr interessant, vor allem für uns, die wir in der Premier League spielen", meinte Ljungberg, der die Erfolgsserie gegen die Engländer fortsetzen möchte: "Wir wollen gewinnen und unsere Bilanz gegen England ist doch sehr ermutigend."

Schweden ohne Ibrahimovic

Nicht sonderlich ermutigend ist dagegen der Gesundheitszustand von Starstürmer Zlatan Ibrahimovic. Der Angreifer vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin wird auf Grund einer Adduktorenzerrung nicht zum Einsatz kommen. Für Ibrahimovic wird wohl der frühere Rostocker Marcus Allbäck neben Henrik Larsson im Angriff auflaufen.

"Auch ohne Ibrahimovic wird es schwer für uns. Es ist ein Albtraum, gegen Larsson zu spielen", meinte der englische Abwehrchef John Terry, der wie alle seine Mannschaftskameraden einem möglichen Achtelfinale gegen den Gastgeber nicht aus dem Weg gehen will: "Wenn wir ins Finale wollen, müssen wir ohnehin alle Teams schlagen."

Ein wenig mehr Respekt vor den Deutschen hat immerhin Schwedens Trainer Lagerbäck: "Wenn wir das Achtelfinale erreichen, ist es mir eigentlich egal, ob wir gegen Deutschland oder Ecuador spielen. Vielleicht wäre es ein kleiner Vorteil, auf Ecuador zu treffen, denn Deutschland hat die Fans im Rücken."

© SID

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