VW-Sponsoring-Affäre
Gericht will Verfahren einstellen

Bereitschaft zum Kompromiss: Die Verantwortlichen in der VW-Sponsoring-Affäre können den Gerichtsprozess wohl gegen eine Zahlung ad acta legen. Damit entkommen zwei Ex-Manager einem öffentlichen Prozess.
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HamburgIn der Sponsoring-Affäre beim VW-eigenen Fußball-Bundesligaclub VfL Wolfsburg kommen die Verantwortlichen womöglich um einen langwierigen Prozess herum. Das Stuttgarter Landgericht habe eine Einstellung des Korruptionsverfahren gegen eine Geldauflage angeregt, sagte ein Sprecher am Freitag. Inzwischen hätten alle Beteiligten ihre Bereitschaft zu einem Kompromiss signalisiert. Die Kammer werde demnächst Vorschläge für die Bedingungen machen. Darüber fänden derzeit intensive Gespräche statt.

Über das Verfahren hatten Handelsblatt und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Dem Gericht zufolge werden in dem Strafverfahren keine Summen genannt.

Sollte das Verfahren eingestellt werden, würden zwei Führungskräfte aus dem VW-Einkauf und zwei Ex-Manager sowie ein früherer Berater der Telekom-Tochter T-Systems um einen öffentlichen Prozess herumkommen. Sie sind wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit angeklagt.

Weder die Staatsanwaltschaft noch Volkswagen wollten sich äußern. Beide verwiesen darauf, dass das Verfahren noch laufe. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall vor zweieinhalb Jahren Anklage erhoben. Die Manager des Wolfsburger Autokonzerns sollen 2010 Aufträge im Umfang von 345 Millionen Euro an die Telekom davon abhängig gemacht haben, dass die Bonner im Gegenzug ihren Sponsoringvertrag mit dem VW-Werksverein verlängerten. Der Vertrag wäre 16 Millionen Euro schwer gewesen, wurde aber nie abgeschlossen, da die Telekom das Sponsoring nicht fortsetzten wollte. Die Beschuldigten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Aufgeflogen war der Fall durch interne Prüfungen bei der Telekom, die die Erkenntnisse Ende 2010 an die Ermittlungsbehörde weitergab. Daraufhin wurden bundesweit mehrere Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Volkswagen ist Haupteigner des VfL Wolfsburg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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