Fußball
Wada-Chef Pound zu Kompromissen bereit

Nicht einig sind sich die Welt-Antidoping-Agentur Wada und der Fußball-Weltverband Fifa in der Auslegung von Dopingvergehen. Wada-Chef Dick Pound entzog der Konfrontation aber jetzt das Feuer.

Der Streit zwischen der Fifa und der Welt-Antidoping-Agentur Wada scheint sich allmählich zu entschärfen. "Wir liegen in der Bewertung der Regelsperre nicht weit auseinander", näherte sich Wada-Chef Dick Pound im Vorfeld der Exekutivsitzung in Montreal der Fifa-Linie an. Eine Sperre sei auch laut Wada-Code nicht automatisch zwei Jahre lang, bekräftigte Pound. "Die Strafen variieren zwischen null und zwei Jahren Sperre. Bei leichten Vergehen oder bei bestimmten Substanzen kann die Sperre auf die Hälfte reduziert werden", sagte er.

Der frühere Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) lobte darüber hinaus ausdrücklich das vom Fußball-Weltverband zugestandene Recht der Wada zur Anrufung des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) zur Klärung strittiger Fälle: "Dieses Recht ist eines unserer wichtigsten Instrumente, wenn wir denken, dass der Wada-Code nicht korrekt angewendet worden ist."

Komplexe Rechtsfragen

Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte erst zu Wochenbeginn auf dem Jahres-Kongress in Marrakesch/Marokko auf Prüfung jedes Einzelfalles bestanden und Forderungen nach einer automatischen Zwei-Jahres-Sperre für Erstsünder entschieden zurückgewiesen.

Thomas Bach, Leiter der Juristischen Kommission des IOC, hatte bereits am Mittwoch ein Ende der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Wada und Fifa gefordert. "Komplexe Rechtsfragen lassen sich nicht durch eine öffentliche Debatte regeln", sagte er dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Bach wies darauf hin, dass der Welt-Antidoping-Code auch genaue Mechanismen für derartige Streitfälle beinhalte. Es gebe zwei Wege, beide führten zum Obersten Sportschiedsgerichtshof CAS: "Entweder legen beide Seiten ihm ihre Rechtsgutachten zur Begutachtung vor, oder die Wada wartet ein Fifa-Urteil ab, gegen das sie dann vor dem CAS Berufung einlegt." Bei der Diskussion gehe es letztlich um die Auslegung eines Teilaspektes.

© SID

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