Warum sich HSV und Bremen vor dem Topspiel argwöhnisch beäugen
Heißer Tanz im hohen Norden

Für das Nordderby bringt Werder Bremen extra ein „Weihnachtstrikot“ auf den Markt. Der Anlass könnte passender kaum sein: Am Sonntag steigt im ausverkauften Weserstadion das Nordderby gegen den Hamburger SV und Aufsehen erregender könnte die Konstellation kaum sein. Dritter gegen Zweiter, bester Sturm gegen beste Abwehr, erneut qualifizierter Champions-League-Achtelfinalist gegen selbst ernannten Anwärter auf die TopTen Europas.

BREMEN. Für das Nordderby bringt Werder Bremen extra ein „Weihnachtstrikot“ auf den Markt. Der Anlass könnte passender kaum sein: Am Sonntag steigt im ausverkauften Weserstadion das Nordderby gegen den Hamburger SV und Aufsehen erregender könnte die Konstellation kaum sein. Dritter gegen Zweiter, bester Sturm gegen beste Abwehr, erneut qualifizierter Champions-League-Achtelfinalist gegen selbst ernannten Anwärter auf die TopTen Europas.

In dem Spiel geht es um mehr, als sich für die Rückrunde als ernst zu nehmender Bayern-Jäger zu positionieren. Aktuell sind die Nordklubs nicht nur zwei erbitterte Rivalen um die Qualifikation für die Champions League, sondern auch mit einem sinnvollen Konstrukt in Vereinsführung und Personalstruktur so ambitioniert aufgestellt, um den Branchenführer aus dem Süden in nächster Zeit die Stirn zu bieten. „Vor drei Jahren haben wir den Plan aufgestellt, international mitzuspielen, die Champions League zu erreichen und Titel zu gewinnen – all das haben wir erreicht“, sagt Werders Sportdirektor Klaus Allofs. Sein Verdienst ist vor allem, all die Abgänge in diesen Jahren kompensiert zu haben – auch deshalb soll mit Per Mertesacker im nächsten Sommer mal wieder selbst ein Coup gelandet werden. Um der Diktion von Allofs zu folgen, „regelmäßig international vertreten zu sein.“

120 Kilometer weiter nordöstlich verfolgen sie ganz andere Ziele. „In fünf Jahren unter den Top 20 Europas, nach zehn Jahren in den Top Ten“, sagt Vorstandsboss Bernd Hoffmann ohne Umschweife. Eine aggressive Transferpolitik ist angekündigt – Etaterhöhung inklusive. Allofs beobachtet das Treiben mit Argusaugen: „Ich halte nichts davon, Ziele so langfristig anzustellen, für einen Zeitraum, der sich schlecht überblicken lässt.“ Aber: „Es ist legitim, wenn eine größere Stadt mit einem größeren Wirtschaftsfaktor sich solche Ziele setzt“, sagt Allofs nonchalant über den so lange Jahre im Mittelmaß darbenden HSV. Gleichwohl räumt er ein: „Wir könnten auch gut damit leben, wenn die Konkurrenz im Norden nicht so stark wäre.“

Das Binnenverhältnis wird vom gegenseitigen Respekt begleitet: Allofs spricht anerkennend von der Aufbauarbeit des Thomas Doll. Pendant Dietmar Beiersdorfer, früher sowohl beim HSV als auch bei Werder am Ball, lobt die Kontinuität bei Grün-Weiß. Doch längst hat er ein Scouting-System installiert, dass schon heute besser als das der Bremer sein soll.

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