Was der Ex-Nationalkeeper über die Torwartrotaion im WM-Jahr denkt
Suppenkaspers Albtraum

Bei der WM 1986 beleidigte Uli Stein Teamchef Franz Beckenbauer und musste nach Hause fahren. Im Torwart-Duell 2006 rät Stein deshalb zu einer frühen Entscheidung.

KEMPTEN. Ausgerechnet im Aztekenstadion in Mexico-City stand er zum letzten Mal zwischen den Pfosten. Dort, wo er 1986 im WM-Finale hätte dabei sein können - wenn er nur seinen Mund gehalten hätte. Doch Uli Stein soll, verärgert darüber, dass Toni Schumacher die Nummer 1 im Tor war, Teamchef Franz Beckenbauer einen "Suppenkasper" genannt haben. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Hermann Neuberger, schickte Stein daraufhin frühzeitig nach Hause. Mit Schumacher verlor die deutsche Elf das Finale der Weltmeisterschaft gegen Argentinien 2:3.

Stein musste sich die Partie in Deutschland am Fernseher ansehen. Wegen eines, wie er sagt, harmlosen Späßchens unter Teamkollegen über Beckenbauer. "Ja, ja, die Suppenkasper-Affäre", kann der einstige Badboy des deutschen Fußballs über den Eklat von damals heute schmunzeln. "Sie wird mich unsterblich machen. Das ist das Gute dran."

20 Jahre nach der verhängnisvollen Suppenkaspar-Affäre im WM-Quartier in Queretaro konnte Uli Stein eben in diesem Aztekenstadion eine 0:2- Niederlage im Benefizspiel gegen eine Auswahl ehemaliger mexikanischer Nationalspieler nicht verhindern. "Das war's. Nach der Partie habe ich alles verschenkt, Handschuhe, Schienbeinschützer und Kickschuhe", sagt der heute 51-Jährige, der bis vor neun Jahren noch in der Bundesliga spielte und mit 49 Jahren ein kurzes Comeback in der Oberliga für den VfB Fichte Bielefeld feierte. "Jetzt bin ich aktiver Golfer und passiver Fußballer.

Passiv bedeutet im Fall von Uli Stein: Er wird nicht mehr nach dem Ball hechten und Mitspieler lautstark wachrütteln ("Ich kann einfach nicht verlieren - nicht mal Promispiele"). Stein spricht nur noch über Fußball, "ganz sachlich".

Zum Beispiel über das Torwartduell in der Nationalmannschaft: Um allen Seiten ähnliche Konflikte wie 1986 in Mexiko zu ersparen, empfiehlt er Jürgen Klinsmann dringend, vor Beginn des WM-Trainingslagers eine Entscheidung im Torhüter-Duell Kahn-Lehmann zu treffen. Er selber geht davon aus, dass Kahn seinen Platz als Nummer eins behalten wird. "Es gibt momentan keinen Grund dafür, ihn auf die Bank zu setzen."

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