Was nun, Herr Guardiola?
Pep braucht 100 Millionen Euro für Stürmer — mindestens

Barcelona hat dem FC Bayern Grenzen aufgezeigt. Wenn die Münchener Trainer Pep Guardiola halten wollen, sollten sie tief in die Tasche greifen. Das Team muss verstärkt und verjüngt werden - mit viel Geld. Ein Kommentar.
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DüsseldorfPep Guardiola steht nach dem 0:3 seiner Bayern gegen den FC Barcelona vor seiner ersten großen Krise als Trainer. Dass ausgerechnet seine große Liebe den Star-Trainer entzaubert, ist dabei kein Zufall. Die Niederlage belegt: Derzeit hat der FC Bayern nicht die Klasse, um die Champions League zu gewinnen.

Der Spanier in Diensten der Münchner wird dieses Ziel in den nächsten Jahren wohl auch nur erreichen, wenn er nun seine Mannschaft umbaut. Er braucht zwei Weltklassespieler, die den Angriff verstärken. Und das dürfte teuer werden. Denn solche Superkicker sind auf dem Markt rar und unter 50 Millionen Euro kaum zu haben.

Dass die Bayern das Geld für solch hohe Investitionen in den Kader haben, ist klar. Wirtschaftlich steht der Klub so gut da wie kein anderer auf der Welt. Inzwischen ist das Management auch bereit, Grenzen zu überschreiten und extrem viel Geld auszugeben, wie sich aus öffentlichen Äußerungen herauslesen lässt.

Außerdem dürfte ein Zugriff auf das satte Festgeldkonto eine Voraussetzung sein, damit Guardiola überhaupt bei den Bayern bleibt. Der Vertrag des Trainers läuft aktuell bis 2016. Am Ende dieser Saison dürfte eine Vorentscheidung fallen, ob Pep seinen Kontrakt verlängert.

Die Chance dafür ist nach dieser Niederlage in Barcelona sogar gestiegen. Denn Pep Guardiola ist extrem ehrgeizig. Bevor er München verlässt, will er sich und aller Welt beweisen, dass er auch in der Fremde das Triple holen kann. Doch mit diesem Team wird er es auch in der nächsten Saison kaum schaffen. Guardiola weiß das.

Sein Problem: Die beiden Weltklassestürmer Robben und Ribery sind inzwischen beide über 30 Jahre alt und dürften auf Sicht eher Ergänzungsspieler sein - zumal ihre Verletzungsanfälligkeit mit dem Alter eher steigt als sinkt. Mehr als ein Jahrzehnt Leistungssport hinterlässt eben Spuren. Kein Wunder also, dass sie derzeit beide verletzt ausfallen.

Genau solche Spieler vom Format eines Robben oder Ribery fehlten Guardiola jedoch am Mittwoch. Barcelona dagegen hatte gleich drei dieser Weltklassestürmer in den eigenen Reihen: Messi, der das Spiel entschied; Neymar, der das 3:0 grandios abschloss; und den Beißer Suarez, der dieses Mal ohne Tor blieb.

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In Barcelona wurde er zur Legende

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Der Supertrainer wirkt anfällig

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  • aber aber Herr von und zu... da sammer wohl etwas übers Ziel hinausgschossn ;)

  • >>Die bayern hatten Barcelona - wenn auch hier und da mit etwas Glück - über 80% der Spielzeit gut im Griff. ´<< aber nur, wenn man die Spielzeit auf 30 Minuten reduziert! Der Artikel - finde ich - zeigt die Probleme der Bayern im wesentlichen richtig auf. Pep Guardiola trifft am wenigsten schuld, bis auf die ersten 15 Minuten hatte er die Mannschaft taktisch richtig eingestellt. Er kann aber nur mit dem Personal arbeiten, das er hat - selbst wenn die Verletzten Robben und Ribery einsatzfähig wären! Bei den hohen Bayern.Zielen recht es nicht,mehr, anderen BL-Vereinen die Schlüsselspieler weg zu kaufen, um diese zu schwächen. Das Beispiel Dortmund ist typisch, wobei der völlig überbewertete Götze bestenfalls innerhalb einer zu ihm passenden 3-er/4-er Angriffsformation gefährlich sein kann. Und natürlich ist der Kader überaltert und es müssen neue intelligente jüngere Spieler gesucht werden. Auch das Management mit Rummenigge an der Spitze und einem Sportdirektor,Sammer, bei dem man nicht weiß, was er eigentlich macht (mehr als nur Einpeitschparolen und PR-Gesäusel von sich zu geben) muss sich fragen lassen, was sie für die Weiterentwicklung des Vereins geleistet haben, seitdem Hoeneß nicht mehr die Richtung vorgibt. Mit dem in der Vergangenheit Geschaffenen wird jetzt Kohle verdient, ohne das vorhandene Kapital in die Zukunft des Teams zu investieren. Und nochmals - an dem trifft Guadiola nun wirklich keine Schuld!

  • Messi aus einer anderen Dimension? Das hat er in der Tat eindrucksvoll bei der WM 2010 und 2014 unter Beweis gestellt...
    Barca ist noch nicht durch und sie haben eine entscheidende Schwachstelle: Ter Stegen. Ein durchschnittlicher Torwart, der unter Druck gesetzt fleißig über den Ball tritt. Übrigens Herr Alonso, die nächsten Freistösse schlenzen Sie nicht in den Strafraum sondern hämmern sie Ter Stegen aufs Tor. Wie ich schon sagte, ein durchschnittlicher Torwart, der angesichts ihrer Schussqualitäten "alt" aussehen dürfte.
    Wer hätte im Rückspiel gegen Porto an eine 5:0 Führung vorher geglaubt? Oder an eine 5:0 Führung gegen Brasilien zur Halbzeit?
    Oder denken wir an das Spiel Dtld. gegen Schweden in Berlin. 25 Minuten vor Schluss 4:0 und dann kamen die Schweden.
    Also Pep, Sie werden schon etwas aus ihrer Trickkiste zaubern. Da bin ich mir sicher. Und die Bayern Spieler sind noch im Spiel.

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