Watzke kündigt vehemente Gegenwehr gegen geplante Änderung an
Dicke Luft beim BVB

Wie erwartet hat die börsennotierte Borussia Dortmund KGaA das Geschäftsjahr 2004/2005 mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Als wären die Zahlen nicht schon Last genug, weht Vorstandschef Hans-Joachim Watzke gleich auf mehreren weiteren Spielfeldern der Wind ins Gesicht. Jetzt zieht er eine erste Konsequenz und kündigt seinen Rücktritt als Schatzmeister des Vereins an.

HB DORTMUND. Die Mannschaft zeigte sich am Dienstagabend im Bundesliga-Heimspiel gegen Bielefeld von unbeeindruckt. Auf dem Platz herrscht nach dem 2:0-Sieg vorerst wieder die nach vielen Rückschlägen erhoffte Harmonie. Hinter den Kulissen jedoch ist die Stimmung bei Borussia Dortmund angespannt. Denn seit Tagen schwelt dort ein vereinsinterner Streit über eine Änderung der Vereinssatzung, wonach in Zukunft die Ämter der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und des Vereins strikt getrennt sein sollen. Entnervt von den Scharmützeln der vergangenen Tage hat KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Mittwoch seinen Rücktritt als Schatzmeister der Borussia angekündigt: „Ich habe BVB- Präsident Reinhard Rauball davon unterrichtet, dass ich dieses Amt auf der Mitgliederversammlung am 20. November zur Verfügung stelle.“

Watzke gibt bei seiner Teil-Demission dem Druck besonders von Wirtschaftsrat Werner Wirsing nach. „Ich kann nicht verhehlen, dass die persönlichen Angriffe der letzten Tage und Wochen, wie beispielsweise die Vorwürfe der Ämterhäufung und Machtkonzentration, mich tief getroffen haben", sagte Watzke in einer vom BVB verbreiteten Erklärung.

Watzke will sein Amt als Schatzmeister zwar zur Verfügung stellen, sich aber vehement gegen die angedachte Änderung zur Wehr setzen. Sollten sich die von ihm als „Fundamentalisten“ bezeichneten Befürworter einer Ämtertrennung durchsetzen, sieht er existenzielle Interessen des Vereins bedroht: „Das wäre ein strategischer Fehler. Der Verein würde sich ohne Not kastrieren.“

Der zunehmende Gegenwind macht dem Geschäftsführer zu schaffen. „Wann immer ich mich in die Diskussion einschalte, werden mir persönliche Motive vorgeworfen. Aber welches Interesses sollte ich an einer Ämterhäufung haben? Es ist schließlich keine besonders attraktive Aufgabe, Schatzmeister eines Vereins zu sein“, klagte Watzke. Die in die Öffentlichkeit getragene Auseinandersetzung sei mit Blick auf die ohnehin großen Probleme der finanziell angeschlagenen Borussia kontraproduktiv: „Mit solchen Diskussion schaden wir uns auf unserem Sanierungskurs nur selbst.“

Aber auch auf einem anderen Spielfeld verspürt Watzke zunehmend Widerstand: Der rigorose Sparkurs der neuen Vereinsführung wird trotz der katastrophalen Bilanzzahlen immer öfter in Frage gestellt. Nach dem frühen Aus im UI-Cup und DFB-Pokal sowie dem durchwachsenen Bundesliga-Start werden Forderungen nach einer besseren Mannschaft laut. Doch zum Sanierungskurs gibt es nach Meinung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke keine Alternative: „Wir müssen weiter schlank aufgestellt bleiben und dürfen hier nicht weich werden. Wer nach Neuverschuldung ruft, um die Mannschaft zu verstärken, macht sich lächerlich. Das können wir uns gegenüber unseren Gläubigern nicht erlauben.“

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