Weg aus der Krise
Zidane wie in alten Zeiten

Seit Monaten war der französische Nationalspieler nur ein Schatten seiner selbst gewesen. Zinédine Zidane wirkte kraftlos und ausgelaugt, das Spiel lief zumeist an ihm vorbei. Doch nun bewies der Weltfußballer der Jahre 1998, 2000 und 2003, dass seine Zeit noch nicht abgelaufen ist.

Beim 4:2-Sieg von Real Madrid über den FC Sevilla glänzte "Zizou" mit Dribblings und Pässen wie in alten Zeiten und zeigte, dass bei der Weltmeisterschaft noch mit ihm zu rechnen ist. Zudem gelang ihm sogar, was ihm bisher noch nie geglückt war: Er schoss drei Tore für Real in einem Spiel.

"Von einem Hattrick hatte ich seit 34 Jahren geträumt", meinte Zidane überglücklich. Vor lauter Freude vergaß er, dass er erst 33 Jahre alt ist. Ein lupenreiner Hattrick war sein Dreierpack allerdings nicht, denn zwischen seinem zweiten und dritten Treffer lag ein Gegentor der Sevillaner.

Nicht nur Zidane, sondern die ganze Real-Elf machte den Fans Hoffnung, dass die "Königlichen" einen Weg aus der Krise gefunden haben. "Die Madrilenen lieferten ihr bestes Spiel der Saison", meinte die Zeitung "El País". Neben Zidane ragte ein Fußballer heraus, der sonst eher im Schatten der "Galaktischen" steht: Mittelfeldspieler Guti, ein Madrider Eigengewächs, schoss den Führungstreffer für Real und leistete die Vorarbeit zu den drei Zidane-Toren. Beim Treffer zum 3:1 spielte er den Franzosen per Hackentrick frei und riss die Zuschauer im Bernabéu-Stadion von den Sitzen. "Allein diese Szene war das Eintrittsgeld wert", schwärmte das Sportblatt "Marca".



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Real konnte trotz des Erfolgs seinen Rückstand von 13 Punkten auf den Tabellenführer FC Barcelona nicht verkürzen. Die Katalanen gewannen das letzte Spiel der Hinrunde 2:1 gegen Athletic Bilbao. "Der halbe Titel ist im Sack", freute sich das in Barcelona erscheinende Sportblatt "El Mundo Deportivo". Allerdings hatte "Barças" 17. Pflichtspielsieg in Folge eine unschöne Seite.

In der Schlussphase, als die Partie praktisch entschieden war, riss der Portugiese Deco in einer Revancheaktion einen Gegner an den Haaren und erhielt die Rote Karte. Damit nicht genug. Torjäger Samuel Eto'o spuckte hinter dem Rücken des Schiedsrichters einen Gegner an. Eine mögliche Sperre kann dem Kameruner nichts anhaben. Er flog unmittelbar nach der Partie zum Afrika-Cup nach Ägypten. Bilbaos Trainer Javier Clemente kommentierte die Aktion mit den Worten: "Es spucken diejenigen, die bis vor kurzem auf den Bäumen gelebt haben."

Mehrere Zeitungen hielten dem früheren spanische Nationalcoach Rassismus vor und forderten eine Bestrafung. Die Worte Clementes seien schlimmer als die des jetzigen Nationaltrainers Luis Aragonés, der den Franzosen Thierry Henry als "Scheißneger" bezeichnet hatte, meinte der Kolumnist Orfeo Suárez. "Aragonés war in einem privaten Gespräch mit einem Mikrofon belauscht worden. Clemente dagegen gab seine Erklärung auf einer Pressekonferenz ab."

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