Weltfußballer-Wahl
Ronaldo räumt schon wieder ab

Cristiano Ronaldos Wahl zum Weltfußballer ist keine Überraschung. Gegenüber Manuel Neuer hat er den Vorteil: Er ist eine internationale Marke. Doch es triumphierten drei andere Deutsche, zwei davon aus dem Frauenfußball.
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DüsseldorfDer Portugiese Cristiano Ronaldo ist zum zweiten Mal in Folge zum Weltfußballer gewählt worden. Das gab der Weltfußballverband Fifa am Abend bei einer Gala in Zürich bekannt. Der Portugiese in Diensten von Real Madrid schlug damit den deutschen Weltmeister Manuel Neuer und auch seinen Stürmer-Konkurrenten Lionel Messi.

Rein sportlich wird diese Entscheidung viele in Deutschland überraschen. Denn hierzulande wurde im Vorfeld eindeutig der Weltmeister in die Favoritenrolle geschoben. Er hätte es verdient, so sagten viele Experten. Nur Neuer selbst war vorsichtiger. Und auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Das hatte gute Gründe.

Bei der Wahl zum Weltfußballer entscheiden nicht nur sportliche Kriterien. Da Journalisten, Spieler und Trainer aus der ganzen Welt mitwählen, entscheiden auch Faktoren, die über das rein Sportliche hinausgehen. Zum Beispiel: Welches Image hat ein Spieler? Wie bekannt ist er? Wie wird er – selbst in den entlegensten Regionen der Welt – vermarktet.

Bei diesen eher weichen Kriterien punktet Ronaldo eher. So stellte Neuers Münchener Teamkollege Arjen Robben richtig fest: „Die Entscheidung wird von Australien über Afrika bis Amerika getroffen – es ist für Manuel ein kleiner Nachteil, dass Messi und Ronaldo zwei Marken sind, zwei Weltmarken sogar“, sagte der Niederländer der „Bild“-Zeitung.

So betrachtet sei es schon „allein ein Sieg für Manuel, mit Messi und Ronaldo auf Augenhöhe zu sein“, stellte Robben fest. Wohl auch deshalb stellte Neuer ganz realistisch fest: „Favorit bin ich sicher nicht.“ Und das obwohl er doch Welttorhüter geworden ist, eine tolle WM gespielt hat und das Torwartspiel auf eine neue Ebene gehoben hat.

Honoriert wird dies bisher jedoch vor allem in Deutschland. Bei seinen Kollegen aus der Fußball-Bundesliga genießt er höchsten Respekt. Gleich 95,8 Prozent von 240 Befragten votierten in der traditionellen „Kicker“-Umfrage für den 28-Jährigen von Meister Bayern München und erklärten ihn zum „besten Torhüter der Welt“.

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  • Neuer hätte es mehr verdient gehabt! Aber ist nun mal so, dass die Nationaltrainer der unbekannten Länder eher Ronaldo wählen. Hoffentlich wird sich das irgendwann ändern! Glaubt ihr auch, dass Neuer den Titel mehr verdient gehabt hätte? Hier könnt ihr abstimmen: http://tinyurl.com/manuel-neuer-weltfussballer

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