Weltfußballverband
Skandale bescheren Fifa rote Zahlen

Fußball-Sponsoren rücken vom korruptionsverseuchten Weltfußballverband ab. Der Fifa-Kongress reagiert: Zuerst wurde das Reformpaket verabschiedet, dann lichtete sich das Feld der Präsidentschaftskandidaten.

ZürichDie Korruptionsskandale und Kosten für die laufenden Ermittlungen haben die Fifa 2015 in die roten Zahlen gedrückt. Das sagte der amtierende Fifa-Generalsekretär Markus Kattner auf dem Kongress des Weltfußballverbandes. „Die Fifa steckt in einer schwierigen Situation“, sagte Kattner.

„Wir haben Probleme, das Umsatzziel von fünf Milliarden Dollar für den laufenden Zyklus 2015 bis 2018 zu erreichen, derzeit hinken wir diesem Ziel um 550 Millionen Dollar hinterher“, so der Fifa-Manager. Ein Grund sei, dass TV Sender und auch Sponsoren zögern würden, neue Marketing-Verträge mit der skandalerschütterten Fifa abzuschließen.

Auf Seiten der Kosten belastet die Aufarbeitung der Skandale die Kasse. Derzeit durchforsten rund zwei Dutzend Anwälte und Experten der US-Kanzlei Quinn Emanuel und der Schweizer Kanzlei Niederer, Kraft und Frey die Aktenberge der Fifa. Die Arbeit der Anwälte dürfte allein einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen.

Kattner sagte den Delegierten, dass es die Aussicht dafür gebe, dass die Fifa wichtige Marketing-Verträge nach dem Kongress abschießen könne. Vorausgesetzt, die Reformen werden beschlossen. Die 209 Delegierten des Weltfußballverbandes Fifa standen damit vor einer wegweisenden Entscheidung und nahmen die Herausforderung an.

Sie zogen aus den Skandalen endlich Konsequenzen und verabschiedeten das Reformpaket mit einer Mehrheit von 89 Prozent. Offenbar haben die Funktionäre realisiert: Bei diesem Fifa-Kongress in Zürich geht es um nicht weniger als die Existenz des Weltfußballverbandes.

Das Paket umfasst unter anderem eine Gewaltenteilung, die Entmachtung des zuvor allmächtigen FIFA-Präsidenten, die Offenlegung der Spitzengehälter sowie Integritäts- und Eignungschecks für alle Mitglieder des neuen FIFA-Aufsichtsrats, der künftig das Exekutivkomitee ersetzt. Inkrafttreten werden die Reformen 60 Tage nach dem Kongress.

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