Weltmeister Manuel Neuer
„Ich bin kein Springpferd“

Nationaltorhüter Manuel Neuer beklagt das „Finanz-Monopoly“ in der europäischen Fußball-Branche. Der Star des Rekordmeisters FC Bayern will aber Deutschland erhalten bleiben.

MünchenBayern-Torhüter und Nationalkeeper Manuel Neuer beklagt das „Finanz-Monopoly“, das dieses Jahr durch die sprudelnden Einnahmen des britischen Pay-TV europaweit gestartet wurde. „Für einen normalen Fußballfan sind die Summen kaum noch nachvollziehbar, die mittlerweile aufgerufen werden“, sagt der Fußball-Weltmeister im Interview mit dem am Freitag erscheinenden Handelsblatt Magazin.

Wenn „selbst ‚normale‘ Spieler für 30 Millionen transferiert werden“, sieht der 29-Jährige auch auf die deutschen Vereine große Probleme zukommen: „Spitzenvereine wie Dortmund, Wolfsburg oder der FC Bayern müssen sich auch an den neuerdings aufgerufenen Preisen orientieren, um international konkurrenzfähig zu bleiben.“

Handelsblatt Magazin N° 6 –
Dezember 2015

Manuel Neuer lebt für den Fußball, seit er denken kann. Als Torhüter hat er alle Titel gewonnen. Aber mittlerweile spielt er auch auf einem anderen Terrain, wo es um sehr viel Geld geht, seine Imagewerte und globale Sponsoren. Im Interview spricht er über das Geschäft mit seinem Sport.

Weitere Themen der Ausgabe unter anderem:

  • Welterfolg Thermomix: Die zehn wichtigsten Grundprinzipien des Vorwerk-Bestsellers.
  • King of Bling: Hausbesuch bei Stardesigner Philipp Plein in Cannes, tiefer Einblick ins Modegeschäft inklusive.
  • Das Prinzip Weihnachtsmärkte: Der Budenzauber made in Germany ist Publikumsmagnet und Exporthit. Doch wer verdient was?

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    Er selbst sei „dem Geld nie hinterhergerannt“, er müsse sich „wohlfühlen und mit dem Verein, den Mitspielern und gegebenenfalls der Liga identifizieren können“, sagt Neuer weiter im Interview mit dem Handelsblatt Magazin. Für ihn gebe es „aktuell keinen Grund, unbedingt ins Ausland zu gehen“. Keine Lust also auf fremde Sprachen und Kulturen? „Zum einen bin ich dazu vielleicht ein bisschen zu deutsch und kann das zum anderen auch nach meiner Karriere noch machen.“ Neuer: „Ich bin kein Springpferd, sondern stehe für etwas.“ Eine klare Standort-Entscheidung also.

    Neuer begann seine Fußballerkarriere einst als Vierjähriger bei Schalke 04 und hat seither auch nur einmal den Verein gewechselt: im Jahr 2011 zu Bayern München. Anfangs „eine harte Zeit für mich“, verriet Neuer nun – aber auch dieser Wechsel habe nicht wegen des Geldes stattgefunden. „Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich auf Schalke mehr verdient. Aber das war eben nicht allein entscheidend. Es ging um die sportlichen Chancen.“

    Neuers Erklärung für seinen Schalke-Abschied: „Wenn man zehn Jahre vorausschaute, ließ sich für mich in etwa abschätzen, wie viele Titel der FC Bayern holen würde – und wie viele Schalke. Ich spiele ja nicht nur für einen Verein, sondern auch für den Erfolg. Und ich wollte unbedingt mal Deutscher Meister werden.“ Mit den Bayern hat er mittlerweile das Triple geschafft, mit der Nationalmannschaft wurde er im vergangenen Jahr Weltmeister.

    Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.
    Thomas Tuma
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