Weltverband Fifa
„Platini wäre der ideale Blatter-Nachfolger“

Sollte Fifa-Boss Sepp Blatter bei der nächsten Wahl nicht antreten, könnte Uefa-Chef Michel Platini den Post übernehmen. Der Franzose hat prominente Fürsprecher aus Deutschland – im Moment aber noch ganz andere Sorgen.
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Berlin/KölnMichel Platini hat prominente Fürsprecher aus Deutschland bei einer möglichen Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten im Jahre 2015 erhalten. „Er hat nachhaltig unter Beweis gestellt, dass er die Qualität hat. Er hat einen ganz großen Vorteil: Er ist ein Mann des Fußballs. Er wäre ohne Frage eine extrem qualifizierte Lösung für den Fall, dass Sepp Blatter nicht wieder antritt“, sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge der „Bild am Sonntag“.

Platini selbst äußerte sich zurückhaltend: „Darüber muss ich erst einmal nachdenken. Es hängt davon ab, ob ich die Lust dazu habe. Es bleiben mir ja noch ein paar Monate bis zu einer Entscheidung.“

Offen ist, ob sich Amtsinhaber Blatter, der seit 1998 an der Spitze der Fifa steht, in zwei Jahren noch einmal zur Wahl stellt. Für diesen Fall dürfte Platini, der seit 2007 Präsident der Europäischen Fußball-Union Uefa ist, beste Chancen auf die Nachfolge haben. So sieht es auch der frühere DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder. Platini wäre der ideale Nachfolger, meinte Mayer-Vorfelder ebenfalls in der „Bild am Sonntag“.

Er sei aber nicht überzeugt, dass Blatter tatsächlich aufhört: „Ich fände das auch nicht gut, denn er bringt eine unheimliche Erfahrung mit, ist unheimlich sprachbegabt und mit vollem Herzen dabei.“ Formell ist eine weitere Kandidatur Blatters kein Problem. Der Schweizer wird am 10. März 77 Jahre alt.

Im Moment beschäftigt Platini noch ein ganz andere Thema. Zuletzt hatte es mehrere Medienberichte gegeben, wonach sein Sohn Laurent für die Katar-Scheichs von PSG tätig sei. Der Uefa-Präsident wies diese Verbindungen energisch zurück. „Das stimmt so nicht! Laurent arbeitet lediglich für eine Sportartikelfirma aus Katar. Er hat absolut nichts mit dem Klub oder dem Fußball zu tun. Er würde gerne im Fußball tätig sein, doch das geht wegen meines Amtes nicht“, sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa) im Interview mit der Bild-Zeitung. Er scherzt: „An dem Tag, an dem ich meine Stimme verkaufen würde, würde es sehr, sehr teuer werden.“

Der 57-Jährige begründete nochmals, warum er für Katar als Ausrichter der Fußball-WM 2022 stimmte. „Ich habe die Entscheidung aus persönlichen Gründen so getroffen, genauso wie ich für Russland 2018 gestimmt habe“, sagte Platini. „Beide Länder hatten noch nie eine WM.“

Platini wurde auch nach einem Treffen mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und Repräsentanten Katars im November 2010 befragt, das einen Monat vor der Abstimmung im Fifa-Exekutivkomitee stattfand, und ob er damals überzeugt worden sei, für das arabische Land zu stimmen. „Nein, so war das ganz und gar nicht! Ich hatte eine Einladung von Sarkozy zu einem Mittagessen. Ich ging von einem Vier-Augen-Gespräch aus. Dort saß zu meiner Überraschung der Premierminister von Katar. (...) Aber, um es klar zu sagen: Nicolas Sarkozy hat mich zu keinem Zeitpunkt gebeten, für Katar zu stimmen. Vielleicht hat er es sich gewünscht. Mehr nicht. Es wurde nie Druck auf mich ausgeübt“, betonte Platini.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur

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