„Wer Argentinien schlägt, wird Weltmeister.“
Siegenthaler warnt vor "homogenen" Argentiniern

Urs Siegenthaler hat davor gewarnt, die argentinische Nationalmannschaft zu unterschätzen. "Wir brauchen keine Angst zu haben, aber Argentinien ist eine unglaublich starke Mannschaft", sagte der DFB-Chefscout.

Auf dem Weg zum angestrebten vierten WM-Titel muss die deutsche Nationalmannschaft mit dem zweimaligen Weltmeister Argentinien nun einen harten Brocken aus dem Weg räumen. "Wer Argentinien schlägt, wird Weltmeister. Das habe ich vor dem Turnier gesagt, und das gilt jetzt erst recht", sagte DFB-Chefscout Urs Siegenthaler dem Sport-Informations-Dienst (sid) einen Tag nach dem souveränen Einzug der DFB-Auswahl ins Viertelfinale.

"Haben genug Informationen"

Der Schweizer, der Bundestrainer Jürgen Klinsmann, dessen Assistenten Jogi Löw und vor allem die Spieler in den kommenden Tagen vor dem Viertelfinale gegen die Gauchos am Freitag in Berlin (17.00 Uhr) mit den Stärken und Schwächen des Gegners vertraut machen wird, wirkte völlig gelassen. "Ich habe Argentinien dreimal beobachtet. Das Achtelfinale gegen Mexiko habe ich aber nur im Fernsehen verfolgt, weil wir genug Informationen haben", meinte Siegenthaler.

Der frühere Trainer warnt aber ganz Deutschland davor, nach der starken Leistung der "Klinsmänner" gegen Schweden die Aufgabe in der Runde der letzten Acht zu unterschätzen: "Wer behauptet, wir gehen als Favorit ins Spiel, der irrt gewaltig. Wir brauchen sicherlich keine Angst zu haben, aber Argentinien ist eine unglaublich starke Mannschaft."

"Jede Mannschaft hat Schwächen"

Als besondere Stärken der Südamerikaner stellt Klinsmanns Chefanalytiker die Homogenität und die starke Ersatzbank heraus, "die in diesem Turnier noch wichtig werden kann". Zudem seien Trainer Jose Perkerman und sein Team eine "gewachsene Einheit". Über die Schwächen der Argentinier in der Öffentlichkeit zu reden, hat Klinsmann ihm verboten. "Aber jede Mannschaft hat Schwächen, das sagt doch alles", meinte Siegenthaler, der ab Montag mit dem Bundestrainer in die Detailarbeit geht.

Ebenso wie der deutsche Chefscout sind auch Spieler und Funktionäre optimistisch, dass der WM-Gastgeber die nächste Hürde nimmt. Allen voran Klinsmann: "Die Argentinier sollen kommen, wir haben keine Angst. Wir sind absolut in der Lage, ins Halbfinale zu kommen und auch ins Finale. Die Mannschaft ist noch ein bisschen reifer als voriges Jahr beim Confederations Cup. Und da waren wir beim 2:2 gegen Argentinien schon nahe dran, sie zu schlagen." Teammanager Oliver Bierhoff ist überzeugt, "dass der Moment für uns spricht, mal wieder einen großen Gegner zu schlagen. Die Mannschaft ist gewachsen und wird zudem von der Begeisterung getragen."

"Argentinien hat sich schwer getan"

Auch Franz Beckenbauer, der am Samstag sowohl die deutsche als auch die argentinische Mannschaft bei ihren Achtelfinalauftritten live verfolgt hatte, traut der DFB-Auswahl einiges zu: "Argentinien hat sich gegen Mexiko schwer getan. Mit der Leistung der ersten drei Spiele hätte ich Bedenken, aber das ist für die deutsche Mannschaft zu schaffen, wenn man nur annähernd so gut spielt wie gegen Schweden."

So sieht es auch Rudi Völler, der auf sid-Anfrage zugleich aber warnte: "Die Argentinier haben zwar im Achtelfinale ein bisschen enttäuscht, sind aber dennoch eine brandgefährliche Mannschaft." Dennoch glaubt der ehemalige DFB-Teamchef, "dass unsere Mannschaft das Zeug dazu hat, sie zu schlagen. Unsere Abwehr steht, um unser Mittelfeld beneidet uns ohnehin jeder, und jetzt haben wir auch noch zwei Stürmer, die jederzeit zuschlagen können." Deshalb sieht auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die deutsche Mannschaft "wieder auf Augenhöhe mit den Spitzenmannschaften".

"Mit das Beste, was es bislang gibt"

Trotz des riesigen Selbstvertrauens ist den deutschen Spielern bewusst, was sie am Freitag erwartet. "Das Viertelfinale wird sportlich vielleicht die größte Hürde. Argentinien ist sehr, sehr stark. Das ist ein anderes Niveau, mit das Beste, was es bislang gibt", meinte Torwart Jens Lehmann, und Kapitän Michael Ballack betonte: "Argentinien ist ein größeres Kaliber, weil die als Topfavorit gelten. Aber wir gehören zu den Mannschaften, die neben Argentinien den besten Eindruck hinterlassen haben. Da brauchen wir uns nicht zu verstecken. In unserer Verfassung brauchen wir niemanden zu fürchten."

© SID

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