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Bundesliga sucht nach neuem Ärmel-Sponsor

Die Deutsche Telekom erwägt, den Vertrag mit der DFL nicht zu verlängern. Offenbar verhandelt die Deutsche Fußball Liga bereits mit mehreren neuen Interessenten für die Ärmelwerbung. Der Plan der Ministerpräsidenten, das Sponsoring ab 20 Uhr vollständig abzuschaffen, stößt beim ZDF auf Ablehnung.

DÜSSELDORF. Die Fußball-Bundesliga kann auf die Deutsche Telekom als Werbepartner offenbar leicht verzichten. Nach dem angeblichen Ausstieg des Bonner Unternehmens verhandelt die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereits mit mehreren neuen Interessenten über die Ärmelwerbung. Das erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Klubs. Um welche Werbepartner es sich handelt, blieb gestern noch Geheimsache.

Ein Ausstieg der Deutschen Telekom wäre für die DFL ein verschmerzbarer finanzieller Verlust. Denn der Magenta-Konzern hat nach Angaben von Beteiligten pro Spielzeit lediglich zehn Mio. Euro gezahlt. Die Profiklubs sehen sich nicht unter Zugzwang. "Bevor wir diesen Werbeplatz verramschen, bleibt der Ärmel besser frei", heißt es aus dem Bundesliga-Umfeld.

Das Magazin "Focus" hatte am Sonntag gemeldet, dass die Telekom ihren im Sommer auslaufenden Vertrag als Sponsor nicht verlängern werde. Der Konzern hatte in den vergangenen drei Spielzeiten auf den Ärmeln der Spielertrikots der 36 Profi-Klubs geworben. Bei der Telekom hieß es aber gestern auf Anfrage, dass der Gesprächsfaden noch nicht abgerissen sei. "Die Gespräche laufen noch", sagte ein Sprecher. "Wir haben mit der DFL ein gutes Verhältnis."

Die Deutsche Telekom und die DFL arbeiten seit Jahren eng zusammen. Die Bonner hatten zuletzt die IPTV-Rechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/10 für vier Jahre erworben. Künftig zahlt der Konzern nach Angaben von Beteiligten aber nur noch die Hälfte und damit rund 20 Mio. Euro pro Jahr. Der Grund: Im Gegensatz zu früheren Jahren hat die DFL die Online-Rechte aufgeteilt. Die Telekom erwarb die IPTV-Rechte, der Bezahlsender Premiere die Rechte für die Vermarktung im herkömmlichen Internet.

Unterdessen droht ein neuer Streit um das Sponsoring bei ARD und ZDF. Die Ministerpräsidenten der Länder planen nach Angaben der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei ab 2013 das Sponsoring ab 20 Uhr und am Sonntag vollständig abzuschaffen. Damit würden die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuständigen Ministerpräsidenten eine jahrelange Forderung der privaten Fernsehkonzerne wie RTL oder Pro Sieben Sat 1 erfüllen.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern regt sich Widerstand gegen die Pläne. Das ZDF lehnt ein Verbot von Sponsoring ab 20 Uhr rundweg ab - und weist darauf hin, dass sich Studien zufolge die Zuschauer nicht durch Sponsoring gestört fühlten. Zudem entlaste die Kurz-Reklame die Gebührenzahler. Das ZDF nimmt nach eigenen Angaben dadurch einen zweistelligen Millionen-Betrag jährlich ein. Insgesamt erzielt der Mainzer Sender rund 120 Mio. an Werbeeinnahmen.

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