Wichtige Erkenntnisse aus zweitem Gruppenspiel
Mehr als nur ein Sieg

Der glorreiche Last-Minute-Erfolg der deutschen Fußballnationalmannschaft war auch ein persönlicher Sieg für Jürgen Klinsmann. Mit den Einwechslungen der vormals umstrittenen Akteure David Odonkor und Oliver Neuville legte der Bundestrainer den Grundstein für die Fortsetzung der nationalen WM-Party.

HB DORTMUND. Man musste schon etwas Angst haben um den kleinen, schmächtigen Oliver Neuville. Bis kurz vor die Trainerbank hatte er es noch geschafft, doch dann hatten sie ihn gestellt. Irgendwo ganz unten lag er dann, begraben unter einer Traube von Spielern in weiß und schwarz, Trainern und Betreuern, die allesamt wie von Sinnen schien.

Die 90. Minute war längst vorbei, als der Mönchengladbacher Stürmer im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Polen den Ball nach einer tollen Hereingabe von David Odonkor zum Tor des Abends über die Linie gedrückt und damit das Dortmunder Stadion in seinen Grundfesten zum Erbeben gebracht hatte. Es war der Höhepunkt eines dramatischen Fußballfestes und der verdiente Lohn für eine Leistung voller Hingabe und Leidenschaft, Kampfgeist und unbändigem Siegeswillen.

Mit der Einwechselung des kleinen Flügelflitzers David Odonkor, der in Dortmund den Spitznamen "Ben Johnson" trägt, hatte Klinsmann nach 60 Minuten die Offensive gestärkt und den Knock out für die Polen vorbereitet, den der gefeierte Neuville dann vollzog. "Gott sei Dank habe ich kurz vor Schluss noch das Tor gemacht. Ich fühle mich aber nicht als Held des Abends, es war ein Sieg der Mannschaft", gab der nur 1,71 Meter große Torschütze anschließend gewohnt bescheiden zu Protokoll. "Mein Tor war ein bisschen glücklich, doch der Sieg war mehr als verdient und er hätte höher ausfallen müssen."

Auch der Torvorbereiter gab sich nach seinem erst zweiten Einsatz in der A-Nationalmannschaft glücklich: "Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Ich freue mich riesig und bin eigentlich sprachlos", stammelte anschließend ein noch vom Sieg und der Stimmung in seiner Heimatrena berauscht wirkenden David Odonkor, dessen WM-Nominierung die große Überraschung der WM gewesen war. Und dann sprudelte es doch aus ihm heraus: "Als ich vor dem 1:0 geflankt habe, wusste ich nicht, ob da überhaupt ein Stürmer steht. Es ist ein riesiges Gefühl, dass ich in Dortmund einen Einsatz bekommen habe und eine halbe Stunde spielen konnte. Ich muss mich bei Jürgen Klinsmann bedanken."

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