Wie Ex-Bundesliga-Trainer sich beschäftigen
Arbeitslos auf Malle

Ehemalige Bundesliga-Trainer wie Peter Neururer und Uwe Rapolder warten auf einen neuen Job und probieren sich solange am Nachwuchs.

CALA MILOR. Oliver Gies stülpt sich sein Deutschland-Trikot über den Kopf. Mit braun gebranntem Oberkörper sitzt er da. Der Familienvater aus Kaiserslautern ist schon ein paar Tage in Cala Millor auf Mallorca. Ein laues Lüftchen weht über die schlichte Betontribüne der Sportanlage unterhalb des Vier-Sterne-Hotels „Monte Safari“. Gies beobachtet seinen Sohnemann, der fußballerisch etwas dazu lernen soll auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Von keinem geringeren als Peter Neururer.

„Ein Klassetyp", sagt Gies und starrt auf den Platz. Neururer versammelt die Jungs und Mädels um sich. Der arbeitslose Fußballlehrer, den sie in Hannover nach dem dritten Bundesliga-Spieltag feuerten, pfeift Anweisungen über das Spielfeld. E-Jugendspieler Christian Gies spitzt die Ohren. Anders als sein Nebenmann. „Hallo du Nasenbär, stell' mal deine Lauscher auf Empfang“, keift Neururer den Jungen an. Das Gesicht des Nachwuchskickers färbt sich dunkelrot.

Die Papas und Mamas, die sich an der Seitenlinie mit ihren Fotoapparaten bewaffnet haben, fragen sich, „ob das der Neururer auch bald in der Fußball-Bundesliga wieder so machen wird?“.

Vielleicht schon nach dem neunten Spieltag am kommenden Wochenende, schließlich hat es fast Tradition, dass sich das Trainerkarussel zwischen der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals und der Winterpause am heftigsten dreht. Und der Boulevard hat die Namen von Marcel Koller, Michael Skibbe und Bert van Marwijk in Bockum, Leverkusen und Dortmund längst an den Pranger geschrieben. Und nach dem Aus im Uefa-Cup und im DFB-Pokal bangt auch Schalke-Trainer Mirko Slomka um seinen Job.

Wäre da nicht Christoph Daum, der jederzeit und überall als Nachfolger bereit stünde, vielleicht wäre Peter Neururer dann gar nicht inmitten der Kinder auf dem Übungsplatz in Cala Millor.

Anfangs, erzählt Oliver Gies, hatte Sohn Christian „eher die Düse“, als er hörte, mit wem er es in der Rudi Völler-Fußballschule zu tun bekommt: Peter Neururer und Uwe Rapolder sind da – Trainer, die er nur aus der Sportschau kennt. „Mit der Ehrfurcht war es aber schnell vorbei“, sagt Papa Gies. Jetzt habe Christian einfach nur Spaß, einmal mit professionellen Leuten trainieren zu können.“

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