Wie sich die deutsche Mannschaft blamierte 1999: Ribbecks B-Elf gerät unter die Räder

Das Wort Konföderationen-Pokal löst bei deutschen Fußballfans und Verantwortlichen des Deutschen Fußballbundes DFB bis heute schmerzliche Erinnerungen aus. Bei der bisher einzigen Teilnahme an dem Stelldichein der Meister aller Kontinente blamierte sich die deutsche Nationalmannschaft 1999 in Mexiko bis auf die Knochen.

keh MEXIKO-STADT. 2:0 gegen bescheidene Neuseeländer, 0:2 gegen die ersatzgeschwächten USA - und 0:4 gegen eine Nachwuchsauswahl der Brasilianer. Bereits nach der Gruppenphase reiste der amtierende Europameister wieder nach Hause, und dort wurden über Teamchef Erich Ribbeck reichlich Hohn und Spott verklappt. Die Pleite gegen Brasilien war die bis dahin zweithöchste Niederlage in der Geschichte der Nationalmannschaft nach dem 3:8 gegen Ungarn bei der Weltmeisterschaft 1954.

Das Unterfangen Confed Cup vor sechs Jahren stand von Anbeginn unter einem schlechten Stern. Gegen den Widerstand der Bundesligaclubs hatte der DFB die Teilnahme an dem Turnier aus sportpolitischen Gründen zugesagt. Es galt, die deutschen Chancen für die WM-Endrunde 2006 zu wahren. Dafür wurden die Spieler Ende Juli mitten aus der Saisonvorbereitung rausgerissen. Nach langem Gefeilsche zwischen Verband und Vereinen kam dann ein einmaliger Kompromiss zu Stande. Ribbeck durfte maximal drei Profis pro Verein nominieren. Erich Ribbeck selbst hatte die sportliche Aussichtslosigkeit seiner Mission früh erkannt: "Der DFB wollte das Turnier nicht, die Vereine nicht, und ich habe schon immer gesagt, dass ich es nicht wollte. Aber den Letzten beißen bekanntlich die Hunde", sagte der damalige Nationaltrainer.

So reiste die deutsche Mannschaft mit einer Mischung aus B- und C-Nationalspielern nach Guadalajara und lief dort in einer Aufstellung auf wie weder davor noch danach jemals. Ronald Maul, der damals bei Arminia Bielefeld spielte, und Heiko Gerber (VfB Stuttgart) machten in Mexiko ihre einzigen beiden A-Länderspiele. Auch Michael Ballack kam damals als 22-Jähriger zu seinen ersten Einsätzen im Nationaltrikot. Lothar Matthäus, seinerzeit schon 38 Jahre alt, absolvierte gegen die Brasilianer hingegen sein Länderspiel Nr. 137.

So bitter wie für Deutschland das Confed-Abenteuer 1999 endete, so glücklich war der Ausgang für Mexiko. In einem mitreißenden Finale besiegten die Gastgeber vor 110 000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt die favorisierten Brasilianer mit 4:3. Es ist der bisher einzige Sieg der mexikanischen "Tri" bei einem großen Turnier.

Überhaupt scheinen die Mexikaner den Konföderationen-Pokal zu lieben. Zu den Spielen in Mexiko-Stadt und Guadalajara kamen 1999 im Schnitt 60 000 Zuschauer. Nach den Brasilianern (18) haben die Mexikaner mit 14 die meisten Spiele in dem Wettbewerb überhaupt absolviert. Und der exzentrische Stürmer Cuauhtémoc Blanco, der auch in Deutschland dabei sein wird, ist Rekordtorschütze. Er erzielte in acht Spielen bisher neun Tore.

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