Wiederwahl Formsache
Fifa Präsident Blatter sitzt fest im Sattel

Trotz zum Teil massiver Kritik an seiner Person ist Fifa-Boss Joseph Blatter alles andere als angeschlagen. Für 2007 würde der Chef des Fußballweltverbandes gerne Franz Beckenbauer in seinem Exekutivkomitee begrüßen.

HB MÜNCHEN. Fifa-Präsident Joseph Blatter sitzt nach acht Jahren im Amt und vielen Anfeindungen zum Trotz so fest wie noch nie im Chefsessel des Fußballweltverbandes. Beim 56. Fifa-Kongress an diesem Mittwoch und Donnerstag in München will er seine angekündigte Kandidatur beim Wahlkonvent 2007 mit einem ambitionierten Programm untermauern. Dazu gehören allen voran die Beilegung des Disputs mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) über das Strafmaß für Sportsünder und die Gründung einer Ethik-Kommission im Kampf gegen Korruption, Manipulation oder Diskriminierung. "Da wird sich IOC-Präsident Jacques Rogge freuen", sagte Blatter. Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird Ehrengast an der Isar sein.

"Die soziale Verantwortung der Fifa wird der Kernpunkt sein, wenn ich wieder gewählt werden sollte", meinte Blatter. 1998 hatte er mit dem UEFA-Präsidenten Lennart Johansson einen schwergewichtigen Gegenkandidaten, vier Jahre später gewann er einen erbitterten Verbands internen Machtkampf und wurde im Amt bestätigt. 2007 dürfte seine Wiederwahl durch die Delegierten der 207 Mitgliedsverbände eine Formsache sein, obwohl im WM-Gastgeberland Teile der Medien kein schmeichelhaftes Bild vom "Machiavelli" des Weltsports zeichnen. "Wenn der Kongress meint, dass alles so schlecht ist, wie manche Medien berichten, dann wird man sehen", kokettierte Blatter.

Dass er geschasst werden könnte, ist angesichts der exzellenten wirtschaftlichen Situation der Fifa, kaum wahrscheinlich. 2002 in Seoul wäre er nicht nur wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn, sondern auch angesichts der miserablen Finanz-Lage um ein Haar aus dem Amt geworfen worden. Dank der WM 2006 steht die Fifa, die sich gerade eine 220 Millionen Schweizer Franken (rund 150 Millionen Euro) teure neue Zentrale in Zürich gebaut hat, glänzend da. Etwa 1,8 Milliarden Euro nimmt die Fifa durch die WM ein, wovon 70 Prozent wieder an die Verbände ausgeschüttet werden. Für den Titelkampf 2010 in Südafrika ist ein weiteres Plus anvisiert. "Die Richtung ist klar: Es wird eine deutliche Steigerung geben", erwartet Fifa-Generalsekretär Urs Linsi.

Begrüßen würde es Blatter, wenn sich im kommenden Jahr Franz Beckenbauer für eine Kandidatur um einen Platz im Fifa-Exekutivkomitee bewerben könnte. "Ich würde ihn gerne in der Exekutive begrüßen", sagte Blatter. Der deutsche WM-Organisationschef sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit in der Fußball-Familie. "Ich verehre ihn sehr." Möglich wäre es, da 2007 die Amtszeit von Gerhard Mayer-Vorfelder, dem scheidenden Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in der Fifa auslaufen wird.

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