„Wir wollen in die zweite Runde kommen"
Costa Ricas Trainer siegessicher

Die letzten vier Testspiele haben sie sang und klanglos verloren. An ausgeprägtem Selbstbewusstsein mangelt es Costa Ricas Nationaltrainer, Alexandre Guimaraes, jedoch nicht. Er ist äußerst zuversichtlich, im Eröffnungsspiel gegen Deutschland mit seinem Team für eine Überraschung sorgen zu können.

HB WALLDORF. "Ich bin zuversichtlich gegen Deutschland, warum auch nicht", sagte Trainer Alexandre Guimaraes. "Wir wollen in die zweite Runde kommen und tun alles dafür, um mehr als drei Spiele bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft zu machen." Für Spielmacher Walter Centeno bleibt "der Einzug ins Viertelfinale das Minimum". Es bleibt abzuwarten, ob diesen Worten auch Taten folgen werden, wenn das Spiel Deutschland gegen Costa Rica am 9.Juni um 18 Uhr angepfiffen wird.

In der "historischen Partie" gegen den Gastgeber entscheidet laut Guimaraes die Auftaktviertelstunde über das Wohl und Wehe seiner Schützlinge: "Das wird emotional und fußballerisch eine ganz schwere Aufgabe. Die ersten 15 Minuten werden richtungweisend." Für den ob der desolaten Vorstellungen tief enttäuschten Coach hatten die "Klatschen" wenigstens etwas Gutes: "Ich habe die Startelf und das System gegen Deutschland gefunden." Letzte Zweifel bezüglich Taktik und Personal hat die peinliche 2:3 (1:2)-Niederlage seiner B-Elf am Donnerstagabend gegen eine Kurpfalz-Auswahl in Sandhausen beseitigt.

"Ich bin sehr verärgert", schimpfte der sich sonst stets vor seine Spieler stellende Trainer. "Schade, dass einige nicht verstanden haben, um was es hier gegangen ist, dass sie so die Chance auf einen WM-Einsatz verspielen." Sarkastisch fügte er hinzu: "Die Kandidaten haben uns die Auswahl erleichtert." Auch 15 Stunden nach der Blamage hatte sich der sonst so besonnene gebürtige Brasilianer noch nicht beruhigt.

Während sein Kollege Jürgen Klinsmann noch am Kader und Konzept herumtüftelt, hat sich Guimaraes festgelegt. Da der zuletzt wegen einer Adduktorenzerrung ausfallende Stammtorhüter José Porras den Härtetest in der ersten Halbzeit bestand, ist auch die letzte offene Frage geklärt. Beschlossene Sache ist die Rückkehr zu einer Dreier-Abwehrkette, nachdem die Experimente mit einer 4-4-2-Variante gescheitert sind. "Wir werden defensiver als 2002 auftreten", kündigte der Trainer eine andere "Ticos"-Taktik als bei der WM vor vier Jahren an.



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Sein 3-4-2-1-System sieht mit Centeno, Rónald Gómez und der einzigen Sturmspitzen Paulo Wanchope nur drei Offensivkräfte vor. Zwei "Abfangjäger" sollen im zentralen Mittelfeld den erwarteten deutschen Angriffswirbel frühzeitig stoppen. "Deutschland wird uns von Beginn an attackieren", prognostizierte Guimaraes. "Sie werden enormen Druck ausüben." Seine Spieler wüssten aber, wie sie darauf zu reagieren hätten.

In den verbleibenden Tagen bis zur "Stunde der Wahrheit" will Guimaraes den Zentralamerikanern im WM-Quartier in Walldorf den letzten Feinschliff verpassen. "Am 9. Juni möchten wir hundertprozentig fit sein. Darauf ist unsere ganze Arbeit ausgerichtet", sagte er. "Wir haben in dem einen Monat, den wir Zeit hatten, getan, was möglich war." Sollten System und Startelf beim Eröffnungsball hinter den hoch gesteckten Erwartungen bleiben, schließt Guimaraes taktische und personelle Umstellungen nicht aus: "Das hängt aber auch vom Ergebnis der anderen Partie zwischen Polen und Ecuador ab."

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