WM 2006 Politiker fordern Untersuchung von WM-Vergabe an Deutschland

Auch das „Sommermärchen“, die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll unter die Lupe genommen werden. Mehrere Politiker fordern, die Vergabe der Weltmeisterschaft an Deutschland kritisch zu untersuchen.
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Als deutsches „Sommermärchen“ ging die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in die Geschichte ein. Im Zuge des FIFA-Skandals soll nun auch die Vergabe der WM an Deutschland kritisch unter die Lupe genommen werden. Quelle: dpa
Politiker fordern Untersuchung

Als deutsches „Sommermärchen“ ging die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in die Geschichte ein. Im Zuge des FIFA-Skandals soll nun auch die Vergabe der WM an Deutschland kritisch unter die Lupe genommen werden.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, hat eine Aufklärung der Gerüchte um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland gefordert. „Nach den Vorkommnissen der letzten Tage muss allen klar sein, dass hinter jeder einzelnen Vergabe einer FIFA-WM Fragezeichen auftauchen“, sagte die SPD-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Grünen-Politiker Özcan Mutlu forderte in einem dem Blatt vorliegenden Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Überprüfung der Bewerbung und die Veröffentlichung der Prüfungsberichte. „Bisher findet um die Vergabe der Fußball Weltmeisterschaft 2006 noch keine breite Diskussion statt. Umso größer sollte unser gemeinsames Interesse sein, zweifelsfrei deutlich zu machen, dass die Weltmeisterschaft 2006 ohne Korruption oder andere Vergünstigungen an Deutschland vergeben und ausgerichtet wurde“, sagte Mutlu.

Die Sportbeauftragte von Transparency International, Sylvia Schenk, unterstützt die Politiker. „Wir müssen wissen, was auf der politischen Ebene damals passiert ist. Es geht um Aktivitäten der früheren Bundesregierung, des Außenministeriums und in der deutschen Entwicklungshilfe. Wie sah der Lobbyismus der Deutschen aus?“, sagte Schenk der „FAS“

Keine Lichtgestalt für die Fifa in Sicht
Joseph Blatter
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Nach dem Rücktritt des Fifa-Chefs sprießen die Gerüchte um seine Nachfolge: Viele Namen werden genannt, doch kaum ein gehandelter Kandidat erscheint realistisch auf dem Fußballthron. Außerdem bietet kaum einer der potenziellen Fußballkönige einen wirklichen Neuanfang. Die Kandidaten.

Zwei Kandidaten
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Ein Team? Fifa-Päsident Sepp Blatter (Mitte) mit Uefa-Chef Michel Platini (links) und Franz Beckenbauer 2007 bei einem Benefizspiel der Fifa: Die Liste der möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Blatter ist jedoch viel länger und vielfältiger.

Franz Beckenbauer
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Seine Popularität nutzte der „Kaiser“ bereits, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen – auf ihn als Präsidenten könnte sich die Fußball-Welt sicher einigen. Als Exko-Mitglied war er allerdings bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt. Ob er überhaupt antreten würde, ist fraglich.

Uefa-Chef Michel Platini
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Michel Platini steht seit 2007 an der Spitze der Uefa, des europäischen Fußballverbands. Doch eine weltweite Unterstützung für den zuletzt Blatter-kritischen Platini erscheint zumindest derzeit fraglich. Denn er ist vorbelastet: Schließlich war er an der Vergabe der WM nach Russland beteiligt. Außerdem ist sein Sohn für Katar aktiv. Und er war lange ein enger Vertrauter von Blatter, also Teil des alten Fifa-Systems. Dennoch stehen die Chancen für einen europäischen Kandidaten nicht schlecht...

Wolfgang Niersbach
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DFB-Chef Wolfgang Niersbach (64) spielt sich mit solchen Sätzen auch nicht gerade in den Vordergrund: „Das ist noch alles so frisch, ich gehe davon aus, dass diese neue Situation auch ganz neu bewertet werden muss“, sagte Niersbach nach dem Blatter-Rückzug. Dabei müsse man sich auch mit der Frage beschäftigen, ob Europa und die UEFA „einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken“. Er selbst ist damit ja wohl nicht gemeint. Wer dann?

Luis Figo
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Im Vorfeld der Wiederwahl Blatters am vergangenen Freitag hatte der ehemalige Weltfußballer Luis Figo (42) eine Kandidatur vorbereitet – diese dann aber, genau wie der Niederländer Michael van Praag, zurückgezogen. „Wir sollten verantwortlich und ruhig eine gemeinsame weltweite Lösung finden finden.“ Mit dieser unschlüssigen Haltung hat er öffentlich jedenfalls nicht gepunktet.

Prinz Ali bin Al Hussein
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Prinz Ali hatte die Wahl zum Fifa-Präsidenten am Freitag mit 73:133 Stimmen gegen Blatter verloren. Theoretisch steht er nach dem Rücktritt des Schweizers zwar für Neuwahlen bereit. Ex-DFB Chef Theo Zwanziger hält den jordanischen Prinzen Ali bin Al Hussein (39) aber für keinen geeigneten Nachfolger Blatters. „Das ist ein junger, relativ unerfahrener Mann, der in dem gleichen System, was vorher bestand, von den Konföderationen gesteuert worden wäre.“

Die bislang veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der US-Justiz geben keine Hinweise auf Korruption im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006 an Deutschland. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach schloss Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe aus. „Wir hatten die absolut beste Bewerbung, und das hat uns die FIFA von einer unabhängigen Kommission bestätigt“, sagte Niersbach.

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