WM 2026
Fifa verschiebt Bewerbungsverfahren

Die Fifa bewegt sich doch. Der Weltfußballverband verschiebt das Bewerbungsverfahren für die Weltmeisterschaft 2026. Das wichtigste Signal dahinter: Das größte Fußballturnier der Welt ist nicht mehr unantastbar.
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ZürichDie Fifa hat das Prozedere zur Wahl des WM-Austragungsortes 2026 bis auf weiteres suspendiert. Das erklärte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke bei einem Besuch des WM-Organisations-Komitees in Russland. Im derzeitigen Umfeld sei es „Unsinn“ den Vergabe-Prozess zu starten, so Valcke.

Ursprünglich war geplant, dass der Fifa-Kongress im Mai 2017 entscheidet, wo die Weltmeisterschaft 2026 ausgetragen wird. Die USA gelten hierfür bisher als Favorit, aber auch Kanada, Mexiko und Kolumbien sollen Interesse haben.

Bei der Entscheidung über den Austragungsort der WM 2026 soll zum ersten Mal das neue Wahlverfahren zum Zuge kommen. Denn alle 209 Fifa-Mitgliedsverbände sollen über den Austragungsort abstimmen. Bisher hatte das 24-köpige Fifa-Exekutiv-Komitee in geheimer Wahl den WM-Austragungsort entschieden. 2010 hatte das Gremium in einem umstrittenen Doppelentscheid bestimmt, dass die WM 2018 in Russland und 2022 in Katar gespielt wird.

Seit Bekanntwerden des Ergebnisses gibt es den Verdacht, dass bei der Wahl Korruption im Spiel war. Die US-Justiz und auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermitteln derzeit in der Frage. Wegen anderer Korruptionsvorwürfe rund um Sponsoren-Verträge und Turniere in Südamerika wurden vor 14 Tagen in Zürich in einer spektakulären Polizei-Aktion sieben Fußball-Funktionäre verhaftet, die an die USA ausgeliefert werden soll. Die USA haben wegen Korruption und Bestechung in dem Fall Anklage gegen insgesamt 15 Beschuldigte erhoben.

Im Zuge des Skandals hat Fifa-Präsident Sepp Blatter wenige Tage nach seiner Wiederwahl seinen Rücktritt angekündigt. Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten, die frühestens im Dezember wird statt finden können, will Blatter aber weiter machen und Reformen anstoßen. Bisher ist vollkommen offen, wer Blatter nachfolgen könnte.

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