WM-Abschied
Costa Rica und Polen spielen für ihre Trainer

Im abschließenden Spiel der WM-Gruppe A zwischen Costa Rica und Polen heute in Hannover geht es eigentlich um nichts mehr, doch die beiden Nationaltrainer Pawel Janas und Alexandre Guimaraes kämpfen um ihren Job.

Costa Rica und Polen verabschieden sich heute in der abschließenden Vorrundenpartie der Gruppe A von der Weltmeisterschaft in Deutschland. Für beide Trainer Trainer Pawel Janas und Alexandre Guimaraes steht heute in Hannover (16.00 Uhr/live bei Premiere) noch alles auf dem Spiel. Obwohl beide Teams schon vor dem Anpfiff keine Chance mehr auf den Achtelfinaleinzug haben, stehen ihre Trainer gehörig unter Druck. Der Coach der Verlierermannschaft ist wohl seinen Job los.

"Ein Trainer wird an Ergebnissen gemessen. Sollten wir die Vorrunde mit null Punkten abschließen, wäre das ein sehr schlechtes Resultat. Wenn gegen Costa Rica die Einstellung nicht stimmt, wird das bei der Entscheidung in der Trainerfrage eine Rolle spielen", sagt selbst der als Janas-Fürsprecher bekannte polnische Verbandspräsident Michael Listkiewicz. Mit einer Entscheidung über die Zukunft des Coaches will er sich aber in jedem Fall bis Mitte Juli Zeit lassen.

Mannschaft will sich rehabilitieren

Auch die Mannschaft möchte sich gegen die Zentralamerikaner rehabilitieren. "Jetzt geht es um unsere Ehre. Wir werden bis zur letzten Minute kämpfen und wollen zeigen, dass wir Fußball spielen können", meint Mittelfeldspieler Arkadiusz Radomski. Stürmer Maciej Zurawski fügt hinzu: "Das ist ein sehr wichtiges Spiel. Bisher können wir über die WM nicht viel Positives sagen, aber warten wir die Partie gegen Costa Rica ab. Wir wollen gewinnen."

Aus der die Aufstellung macht Janas einmal mehr ein großes Geheimnis. Als die Polen bei der WM 2002 ebenfalls schon vor dem letzten Gruppenspiel ausgeschieden waren, setzte der damalige Trainer Jerzy Engel gegen die USA acht neue Spieler ein und gewann 3:1. Dass der als konservativ bekannte Janas einen ähnlich radikalen Schnitt macht, ist eher unwahrscheinlich. Bis auf den gesperrten Radoslaw Sobolewski stehen ihm aber alle Spieler zur Verfügung.

Druck in Costa Rica enorm

Während der polnische Coach auch von der heimischen Presse erheblich unter Druck gesetzt wird, sieht es bei seinem Kollegen aus Costa Rica kaum anders aus. Zwar betonte der Verband, Guimaraes im Amt halten zu wollen und lehnte dessen Rücktrittsangebot ab, doch die Öffentlichkeit wird bei einer weiteren Pleite wohl noch nachdrücklicher eine Ablösung fordern.

Bei der größten Tageszeitung des Landes sind mehrere tausend E-Mails eingegangen, in denen sogar dazu aufgerufen wird, das Verbandsgebäude im Falle einer Niederlage gegen Polen niederzubrennen. "In unserem letzten Spiel gilt es, der Welt zu beweisen, zu was wir Costa Ricaner in der Lage sind. Wir müssen gewinnen", sagt Torjäger Paulo Wanchope, der seine internationale Karriere nach der Partie beenden wird.

© SID

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