WM-Affäre
Blatter nennt Beckenbauer-Version „absurd“

In der WM-Affäre gerät die Darstellung von Franz Beckenbauer weiter ins Wanken. Der umstrittene Fifa-Chef Blatter bezeichnet die Aussagen des Fußball-Kaisers als „absurd“.

BerlinDer suspendierte Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Franz Beckenbauer in der Affäre um die WM 2006 in Deutschland und die Zahlung von 6,7 Millionen Euro erneut widersprochen. Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ bezeichnete der Schweizer die Darstellung des damaligen OK-Chefs als „absurd“, nach der die WM-Organisatoren die ominöse Summe an den Fußball-Weltverband zahlen mussten, um einen Zuschuss von 170 Millionen Euro zu erhalten. Auch der Deutsche Fußball-Bund und der im Zuge der Affäre zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatten Beckenbauer Version gestützt.

Blatter sagte dem Magazin, der Zuschuss sei an „keinerlei Bedingungen durch die Fifa geknüpft worden“. „Geld zu bezahlen, um Geld zu bekommen? Nein. So was gibt es bei der Fifa nicht“, fügte der 79-Jährige hinzu. Er sieht den DFB bei der Aufklärung gefordert: „Da muss es doch Dokumente geben, was es mit dem Geld auf sich hat. Und wenn es beim DFB keine Dokumente mehr gibt, dann sollten mal an die Fifa herantreten und das vernünftig aufarbeiten.“

Schon Ende Oktober hatte sich Blatter ähnlich geäußert und bestritten, eine Zahlung gefordert zu haben. „Ich habe niemals Geld von Beckenbauer verlangt. Nie im Leben. Auch nicht vom DFB. Das stimmt einfach nicht“, hatte er der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ gesagt.

Die 6,7 Millionen Euro stehen im Zentrum des Skandals um das Sommermärchen. Nach Darstellung des DFB und von Beckenbauer überwies der ehemalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus diese Summe im Jahr 2002 für das OK an die Fifa. Wer genau das Geld erhielt, ist noch ungeklärt. 2005 soll das Geld an Louis-Dreyfus zurückgezahlt worden sein. Der Betrag wurde vom WM-OK zur Tarnung als Beitrag für eine Fifa-Gala deklariert, die später nie stattfand.

Beckenbauer hatte jüngst erklärt, dass die 6,7 Millionen „„einzig und allein dafür da waren, um die 250 Millionen Schweizer Franken Finanzzuschuss von der Fifa zu bekommen. Um die Weltmeisterschaft überhaupt ausrichten zu können.“ Er wisse zwar nicht genau, an wen das Geld überwiesen worden sei. Er gehe jedoch davon aus, dass die Millionen „an die Finanzkommission der Fifa geflossen sind, weil es ja eine Forderung der Finanzkommission war“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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