WM-Aus für Cisse
Hiobsbotschaft für Frankreich

Unmittelbar vor dem WM-Auftakt hat das Verletzungspech Ex-Weltmeister Frankreich schwer getroffen: Stürmer Djibril Cisse (FC Liverpool) zog sich im Test gegen China am Donnerstag einen Wadenbeinbruch zu.

Frankreich wird die WM in Deutschland ohne Djibril Cisse bestreiten. Der Torjäger des FC Liverpool erlitt im letzten Testspiel des Weltmeisters von 1998 am Mittwochabend in St. Etienne gegen China (3:1) bereits in der 10. Minute einen Schien- und Wadenbeinbruch. "Es ist ein Drama, wir sind alle am Boden, bei einigen Spielern flossen sogar Tränen", schilderte Frankreichs Trainer Raymond Domenech die Situation, nachdem sich zwei Tage vor dem WM-Start die schlimmsten Befürchtungen bestätigt hatten.

Schon das schmerzverzerrte Gesicht von Cisse und der Griff an die rechte Wade ließen nichts Gutes erahnen. "Er hat es wahrscheinlich sofort gewusst, denn er hat es schon einmal erlebt und kennt den Schmerz", sagte Willy Sagnol vom deutschen Meister Bayern München. Der Abwehrspieler erinnerte an das Pech des 24-jährigen Cisse im Oktober 2004, als er in einem Premier-League-Spiel bei den Blackburn Rovers die gleiche Verletzung am linken Bein erlitt und anschließend sieben Monate ausfiel.

Genesungswünsche von Präsident Chirac

Noch in der Nacht zum Donnerstag wurde Cisse in St. Etienne operiert. Frankreichs Präsident Jacques Chirac, unter den 40 000 Zuschauern Augenzeuge des Malheurs, ließ sich über den Verlauf des Eingriffs informieren und sandte dem Patienten persönliche Genesungswünsche.

"Das ist ein Trauma, wir alle sind in Gedanken bei ihm", ergänzte Domenech, in dessen WM-Konzept Cisse neben Thierry Henry und David Trezeguet eine große Rolle in der Offensiv-Strategie spielte. Cisse, Frankreichs bester Torschütze in der Qualifikation, galt bei den Experten sogar als Aspirant für den Einsatz im ersten Gruppenspiel der Franzosen am kommenden Dienstag in Stuttgart gegen die Schweiz.

Für Cisse, dessen Eltern einst 1974 von der Elfenbeinküste ins französische Arles übersiedelten, sollte es der erste große Auftritt auf einer großen Fußball-Bühne werden, nachdem er bereits bei der EM 2004 in Portugal passen musste. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte ihn wegen eines rüden Fouls in einem U21-Spiel für fünf Pflichtspiele gesperrt.

Lyons Govou nachnominiert

Schon am Donnerstag schloss Domenech die Lücke im Kader und nominierte Sidney Govou von Olympique Lyon nach. Ludovic Giuly vom Champions-League-Sieger FC Barcelona hatte von sich aus dankend abgelehnt. "Wenn einer verletzt ist, Pech für Domenech. Mit mir kann man nicht alles machen, ich verlange ein wenig Respekt. Offensichtlich bin ich ja noch nicht einmal unter den ersten 30 oder 40", erklärte er bei Eurosport.

Giuly zeigt Unverständnis

Der 29-Jährige hatte seinem ersten Unmut schon unmittelbar nach seiner Nicht-Nomninierung für den 23er-Kader am 15. Mai Luft gemacht. "Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen oder der Trainer hat die Kriterien geändert", wetterte der Barca-Star. Statt Giuly wurde vor drei Wochen Neuling Franck Ribery von Olympique Marseille berufen.

Die Mannschaft wird bei der WM in jedem Fall auch für ihren verletzten Kollegen kämpfen. "Wir alle werden bei jedem Spiel an ihn denken. Wir können nur erahnen, wie schwer es ist, diese Situation zu akzeptieren. Er wird ein Teil der Mannschaft bleiben", meinte Abwehrspieler William Gallas vor der Abreise der Delegation am Donnerstag in Richtung Hannover.

© SID

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